VON STEFAN HAWLICEK
HEIDENRECHSTEN / Die Saison 2011 endet für den Waldviertler Schmalspurbahnverein (WSV) noch bevor sie richtig begonnen hat. Durch den stellenweise dringend sanierungsbedürftigen Zustand der vom Verein betriebenen, 13 Kilometer langen Nebenbahn von Heidenreichstein nach Alt-Nagelberg gibt es für heuer keine Betriebsbewilligung. Die drei Betriebstage im Frühjahr, an denen man mit fünf Zugpaaren immerhin 750 Fahrgäste beförderte, waren nur durch eine Sonderregelung mit den zuständigen Stellen zustande gekommen.
„Für uns ist die momentane Situation gleich aus mehreren Gründen bitter“, erklärt WSV-Obmann Manfred Schwingenschlögl im NÖN-Gespräch. Denn die bisherigen Fahrgastzahlen ließen für die kommenden Monate wahre Spitzenwerte erwarten. So gab es bereits konkrete Anfragen von gut 25 Reisegruppen, die gerne mit dem Wackelsteinexpress gefahren wären. „Leider mussten wir allen Interessenten absagen.“ Zurückzuführen ist das enorme Interesse an den Waldviertler Schmalspurbahnen auf das Engagement des neuen Eigentümers, dem Land Niederösterreich. „Das Echo auf den gemeinsamen Auftritt aller drei Strecken der Waldviertler Schmalspurbahnen in dem von der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft aufgelegten Folder Waldviertler Ausflugsbahnen war riesig“, weiß Schwingenschlögl.
Gerade die legendäre Doppelausfahrt der Züge nach Heidenreichstein und Litschau aus dem Bahnhof Alt-Nagelberg lockt immer wieder Eisenbahnfreunde aus ganz Europa ins Waldviertel. „Die Parallelfahrten auf dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt sind für heuer leider Geschichte“, bedauert der WSV-Obmann. Um die Chance zu nutzen, bis zum Sommer 2011 wenigstens einen Inselbetrieb zwischen Heidenreichstein und Aalfang aufnehmen zu können, will der WSV jetzt selbst die Initiative ergreifen. 1.500 Schwellen und 70 Tonnen Gleisschotter liegen am Bahnhof Heidenreichstein bereit und sollen in den nächsten Wochen auf dem fünf Kilometer langen Abschnitt eingebaut werden. Unabhängig davon hofft Schwingenschlögl auf die Förderzusage der NÖVOG. „Die ersten Gespräche darüber haben wir bereits vor eineinhalb Jahren geführt. Dass sich die Situation für uns dermaßen zuspitzt, ist schade.“





