VON JOHANNES BODE
SCHREMS / Einen gewissen Retro-Charme hatte das schon: Das ehemalige Tanzcafe Beer, das als „Hot Chili“ eigentlich noch aussieht wie früher, in Kombination mit dem 70er-Rock der „4 Giants“, die ebenso noch klingen wie die Vorgänger-Formation „Giant Blonder“: Und zwar nach treibendem Hard-Rock mit Blues-Einflüssen, nach rauen Balladen, nach endlosen Gitarrensoli und Ohrwurm-Riffs.
Dennoch: Die Musik der „4 Giants“ ist irgendwie zeitlos. Das bewiesen sie am 7. Jänner in Schrems. Die Band ist dank dem Einsatz der jungen Musiker Peter „Primus“ Frosch und Raphael Widmann wieder vollzählig. Als „Giant Blonder“ 1972 gegründet wurden, waren die beiden noch nicht auf der Welt.
Der talentierte Nachwuchs bringt neue Ideen zwar nur sehr vorsichtig ein, wenn Widmann und Frosch das aber tun, dann hat das Erfolg. Papa Wolfgang Frosch und Sohn Peter „Primus“ Frosch gemeinsam auf der Bühne (das kennt man auch aus der hervorragenden Live-Band „S?Letzte Moi) funktioniert bestens, ebenso wenn Widmann die Soli auf der Geige spielt, die sonst wohl von der verzerrten E-Gitarre Wolfgang Rehbichlers kommen würden. Vier ausgezeichnete Musiker zelebrieren hier den Rock der alten Schule.
Schade nur, dass im zweiten Teil des Konzerts fast ausschließlich gecoverte Rock-Hits auf dem Programm standen. Neil Young oder Lynard Skynard wieder mal zu hören ist zwar mitreißend, hätten die „4 Giants“ aber mehr eigenes Material eingebracht, wäre das wohl spannender gewesen. In der Pause und nach dem Konzert gabs Schlager-Techno-Remixes und Eurodance vom DJ zu hören. Eine außergewöhnliche und interessante Kombination in einer Location, der man schon Kult-Character zugestehen muss.







