VON MARKUS LOHNINGER
Unspektakulär und zügig verlief am Samstag im Litschauer Cafe-Restaurant Seeblick die Versammlung der Hauptgruppe Waldviertel: Das 13-köpfige Führungsteam um Obmann Reinhard Litschauer wurde ohne Gegenstimme für eine zweite gemeinsame Funktionsperiode gewählt. Neu dabei ist nur Günther Schmid als Nachfolger von Kassier-Stellvertreter Walter Hausberger; die 2010 in den Vorstand eingetretene Frauenreferentin Sabine Fröhlich wurde erstmals für ihre Funktion gewählt.
Ansonsten verbrachten die Vertreter der Waldviertler Klubs einen ruhigen Vormittag. Reinhard Litschauer ging nach der Begrüßung durch Vize-Bürgermeister Rainer Hirschmann in „der nördlichsten Stadt und meiner Meinung nach auch einer der schönsten Österreichs“ auf die zentralen Anliegen zum Zeitpunkt seines Amtsantritts vor vier Jahren ein: die Förderung des Nachwuchses, des Frauenfußballs und des Schiedsrichterwesens im Waldviertel. „In zwei Bereichen haben wir gute Arbeit geleistet“, blickte er zurück und strich den Aufwärtstrend im regionalen Nachwuchs-Fußball trotz Geburtenrückgängen hervor. Im Frauenfußball kam es zur Gründung von Teams und der Gebietsliga Waldviertel, Litschauer: „Da ist ein klarer Fortschritt zu sehen.“ Bloß von einer wesentlichen Verbesserung im Schiedsrichterwesen konnte der Hauptgruppenobmann nicht berichten. Vielmehr habe der Abgang durch Neuanmeldungen nicht kompensiert werden können.
Auf Dauerrotation: 4 Jahre, 330 Spiele, 50.000 Kilometer
Insgesamt zeigte sich Reinhard Litschauer mit der Entwicklung im Waldviertel aber zufrieden, und der Mann muss es wissen: Hat er doch in den vorigen vier Jahren 330 Spiele in der Region live mitverfolgt, ist im Auftrag der Vereine 854-mal unterwegs gewesen und hat dabei mehr als 50.000 Kilometer zurückgelegt.
Also ging er noch kurz auf weitere Ziele und Änderungen wie den gemeinsamen Online-Auftritt aller Vereine oder die Umsetzung der ÖFB-Bestimmung mit Sperren für Spieler ab der fünften gelben Karte ein. Zugleich appellierte er mit Erfolg an den Verband, ihn bei der Suche nach Vereinen für die 2. Klasse zu unterstützen (siehe Seite 51!).
NÖFV-Präsident Johann Gartner verteilte danach verbale Blumen. Litschauer lobte er für dessen Engagement im Waldviertel („du hast dir einen Top-Platz im Ranking der Gruppen-Hauptleute erarbeitet“), dessen Vorgänger Johann Nöbauer für die „nahtlose Überleitung“ der Nachfolge und die Vertreter der Jugendhauptgruppe für deren Aufgeschlossenheit. „Mit der ersten Futsal-Meisterschaft wurde auch bewiesen, dass man bereit ist, neue Wege zu beschreiten.“
Weniger vergnügt wirkte der NÖ-Fußballhäuptling bei einem Thema: dem der Abgaben und Steuern. „Ihr haftet selbst mit eurem Privatvermögen“, warnte er eindringlich vor finanziellen Abenteuern. Einem anderen Abenteuer erteilte Reinhard Litschauer auf NÖN-Nachfrage eine Absage – jenem des oft geforderten Endes von Reserve-Meisterschaften. Das Stellen von Reserven würde, so der Hauptgruppen-Obmann, oft große Mühen verursachen, aber: „Ihr Ende ist nicht diskutierbar, sie bilden einfach eine Basis für die Vereine.“





