VON HANS KOPITZ
HERZOGENBURG / Fast vier Stunden Lachnummern am laufenden Band - unterbrochen von zwei Pausen, damit auch die Raucher voll auf ihre Kosten kommen - lieferten vergangenes Wochenende die Oberndorfer „Narren“ zum Auftakt ihrer traditionellen Faschingssitzungen im Volksheim.
Ereignisse gab es ja in den letzten Wochen und Monaten genug, die man faschingsmäßig behandeln kann, wobei überregional gesehen natürlich der EU-Rettungsschirm, das verloren gegangene „Trippel-Ä“ und die amerikanischen Rating-Agenturen sowie die „Töchter“ in der Bundeshymne - präsentiert mit der neuen „Bundesadlerin“, die nicht Hammer und Sichel, sondern weibliche Attribute zeigte - nicht ausgelassen wurden. Doch auch regional tat sich einiges und so wurde über den neuen pissior-ähnlichen Brunnen am Rathausplatz, genau so wie über die 25-prozentige Teuerung beim Musikschulbeitrag, den „Baummord“ am Roseggerring, den fehlenden Nahversorger in der Innenstadt und - völlig aktuell - über den Integrationsbeirat und die geplante Schulgottesdienst-Umwidmung gelästert. Auch die nähere Umgebung wurde aufs Korn genommen, wie die sogenannte „Viagra-Affäre“ und der Handymast-Aufstand in Inzersdorf.
Da Stadtpfarrer Mauritius Lenz und sein Ordensbruder Petrus Stockinger wegen des Stiftsjubiläums heuer aus Termingründen den Oberndorfer Narren nicht zur Verfügung standen, sprangen Christine Artner - die ihren Vorgänger „Mautsi“ jede Menge Rosen streute - und Martha Ast in die Bresche. Einen Gastauftritt von Mauritius Lenz gab es immerhin, und zwar am Freitag - der Seelsorger wurde entsprechend bejubelt.
Riesenapplaus gab es auch für die drei „Wackeltenöre“ Peter Haselmann, Reinhard Mader und Markus Leithner, für die beiden Wurzls, die als Nording-Walker unterwegs waren und ihre Erlebnisse in Herzogenburg schilderten, für die drei Facebook-Freunde, die sogar die e-mail-Adresse des Papstes verrieten (urbi@orbi), und für die beiden Sprachlehrer Erich Böck und Annemarie Kovac, die dem Publikum, darunter auch den Stadträten Hubert Hiesleitner und Josef Ziegler, „EU-lisch“ beibrachten. Einen Versuch war es jedenfalls wert, denn keiner wusste, was zum Beispiel „Ain’n joule dig and see, wow been E dough?“ bedeutet? Auf gut deutsch natürlich: „Entschuldigen Sie, wo bin ich hier?“
Am kommenden Wochenende, Freitag, 27., und Samstag, 28. Jänner, jeweils um 19.30 Uhr und Sonntag, 29. Jänner, um 17 Uhr besteht die letzte Gelegenheit in dieser Saison, die Oberndorfer Faschingsgilde in Aktion zu sehen.






