VON ALEX ERBER
REGION HERZOGENBURG, TRAISMAUER / „Dir geht‘s gut!“ Das hat Traismauers SP-Vizebürgermeister Karl Koll in den vergangenen Tagen oft gehört. Um 2,6 Prozent ist seine Politikergage, wie ausführlich berichtet, gestiegen - ebenso wie die Entlohnung von Stadt- und Gemeinderäten. Das hat zu Kritik der Liste „MIT“ geführt, SP und VP haben die Anhebung verteidigt.
Der NÖN gegenüber geht Karl Koll nun in die Offensive und präsentiert einen aktuellen Gehalts-Strip.
Als Vizebürgermeister verdient der Sozialdemokrat exakt 1381,41 Euro pro Monat.
„Es werden 1072,26 Euro ausbezahlt“
„Neben dem Abzug der Sozialversicherung (56,64 Euro) und der Lohnsteuer (114,37 Euro) wird auch automatisch die Fraktionsabgabe (138,14 Euro) abgezogen. Somit wird ein Betrag von 1072,26 Euro ausbezahlt. Dieses Einkommen wird mit dem Jahresausgleich nochmals besteuert und ich bezahle vierteljährlich 1194 Euro an das Finanzamt. Hätte ich nicht einen Althaussanierungskredit laufen, welcher beim Steuerausgleich berücksichtigt wird, wäre die Vierteljahresrate noch höher“, schildert Koll.
Und weiter geht es: „Für Pokale (400 Euro), Eintritte bei Veranstaltungen (350 Euro), Spenden (450 Euro), Spritverbrauch und Telefongebühren (600 Euro) und diverse Mitgliedschaften (100 Euro) müssen auch noch rund 1900 Euro im Jahr abgezogen werden.“
„Stundenlohn beläuft sich auf fünf Euro“
Das Ergebnis: „Somit verbleiben auf das Jahr aufgeteilt rund 500 Euro monatlich. Bei einem Aufwand von durchschnittlich 100 Stunden pro Monat (sowohl als Vizebürgermeister als auch als Stadtrat für Bauwesen, Immobilien und Verkehr) ergibt sich ein Stundenlohn von rund fünf Euro.“
Karl Koll: „Da ich auch noch rund 50 bis 55 Stunden pro Woche meinem Beruf (Anmerkung: Polizist) nachgehen muss, verbleiben wenige Stunden für Freizeit und Familie.“
Nach dem Gehalts-Strip geht der Vizebürgermeister zur Gegenoffensive über: „Ich bin mit Leib und Seele Gemeindepolitiker, weil ich mich für unsere Gemeinde und dem Wohle der Bevölkerung einbringen möchte. Es ist daher traurig, wenn sich andere Personen nur damit beschäftigen, wie man engagierten Politikern ein ,Haxl‘ legen kann, sie in Misskredit ziehen oder anprangern kann, nur weil man nicht damit fertig wird, nicht Bürgermeister geworden zu sein.“
„Skandalisierung und Miesmacherei“
Und: „Zu der Erhöhung der Politikerbezüge von 2,6 Prozent sei erwähnt, dass Ende 2009 die Bezüge der Gemeindemandatare in Traismauer mit Gemeinderatsbeschluss eklatant gekürzt wurden (Vizebürgermeister auf 30 Prozent, Stadtrat auf 18 Prozent des Bürgermeisters). Weiters wurden nach der Gemeinderatswahl 2010 zwei Stadträte eingespart. Es ist daher die Aufregung der Liste ,MIT‘ nicht nachvollziehbar, sondern wieder nur auf Skandalisierung und Miesmacherei aufgebaut, um die Stadtgemeinde Traismauer öffentlich in Verruf zu bringen.“
Abschließend erinnert Koll: „Viele Familien leiden schon durch die ständige Skandalisierung und Miesmacherei der Liste ,MIT‘ in den Medien. Dabei war es Stadtrat Leitner selbst, der bei den Parteienverhandlungen nach der Gemeinderatswahl sofort für eine Erhöhung der Gemeinderatsbezüge eintrat und diese gleich bei der konstituierenden Sitzung beschließen wollte.“







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