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26.10.2010 | 00:00 |
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Ein klassisches Lustspiel
Klaus Maria Brandauer als in Nöte geratener Dorfrichter Adam in einer Aufführung des Berliner Ensembles.RAKETE
THEATER-PREMIERE / Einer oft gespielten Komödie der Theatergeschichte hat man sich in Oberfellabrunn angenommen.

OBERFELLABRUNN / “Der zerbrochene Krug“ ist so gut wie jedem aus dem Deutschunterricht bekannt. Zumeist verbinden sich recht zwiespältige Erinnerungen mit diesem Meisterwerk Heinrich von Kleists. Dieser Zwiespältigkeit möchte die Theatergruppe Oberfellabrunn mit seiner Version den Garaus machen und es als das präsentieren, was es ist, ein Lustspiel. Regisseur Josef Newerkla hat den Theatertext für das bekannte und geschätzte Ensemble der Truppe bearbeitet.

Amtsmissbrauch & Feigheit  als komödiantische Note

Ausgangspunkt der Handlung ist ein zerbrochener, wertvoller Krug aus dem Besitz der Witwe Marthe Rull. Die Scherben liegen im Zimmer von Eve, der Tochter der Witwe. Am Vorabend ertappte Marthe Rull den Bauernsohn Ruprecht Tümpel in diesem Zimmer bei ihrer Tochter.

Ruprecht wiederum beobachtete einen Fremden, der durch das Fenster aus Eves Zimmer floh und dabei den Krug vom Kaminsims warf. Weder Marthe noch Ruprecht ahnen, dass es sich bei diesem Fremden um Dorfrichter Adam handelt.

Der Krug selbst ist für Marthe nicht bedeutsam. Ihr vorgeordnetes Ziel ist es, Eves Ruf zu retten. Sollte sich herausstellen, dass nicht nur Ruprecht Eve in ihrem Zimmer besuchte, würde Eve als ehrlose Dirne gelten.

Im Lauf des Stückes versucht Adam, die Aufklärung des Falles möglichst unauffällig zu verhindern, zumal an diesem Tag der Gerichtsrat Walter aus Utrecht anwesend ist. Jedoch ist Dorfrichter Adam gezwungen, die Zeugin Brigitte vorladen zu lassen. Brigitte schildert, wie sie eine Spur von Marthes Haus bis zur Hintertür des Gerichtshauses verfolgt hat. Angesichts dieser eindeutigen Indizien bleibt Adam nur noch die Flucht.

Gescheiterte Uraufführung  und anhaltender Erfolg

Als folgenreich erwies sich die Uraufführung des Stücks am Weimarer Hoftheater unter der Leitung von niemand Geringerem als Johann Wolfgang von Goethes, der dem Stück nach zweimaliger Lektüre „außerordentliche Verdienste“ zugesprochen hatte. Das als langatmig und sperrig empfundene Werk prägte die Haltung des zeitgenössischen Publikums Kleist gegenüber nachhaltig. Kleists Schicksal als zeitgenössischer Bühnenautor war nach der missglückten Uraufführung, zumal auf Goethes anspruchsvoller Reformbühne, weitgehend besiegelt. Dem anhaltenden Erfolg auf heutigen Bühnen tut die damalige Beurteilung aber keinen Abbruch.

Samstag 30. 10. 19.30 Uhr

Freitag 5. 11. 19.30 Uhr

Samstag 6. 11. 19.30 Uhr

Sonntag 7. 11. 15 Uhr

Freitag 12. 11. 19.30 Uhr

Samstag 13. 11. 19.30 Uhr

Sonntag 14. 11. 15 Uhr

Samstag 20. 11. 19.30 Uhr

Sonntag 21.11. 15 Uhr

Samstag 27. 11. 19.30 Uhr

mit: Brigitte Bruck, Angelika Girard, Petra Haller, Maria Henkel, Helga Schwarz, Lici Strobl, Michael Bruck, Franz Haller, Albert Schneider, Gerhard Stockinger, Fritz Strobl, Franz Josef Weiss

Bearbeitung, Bühnenbild & Regie: Josef Newerkla; Maske: Erni Weiss; Kostüme: Petra Teufelsbauer; Bühnenbau: Franz Stockinger; Licht: Stefan Haller

Karten unter02952/29 81 oder 0664/231 10 26 von Montag bis Samstag von 8 bis 12 Uhr






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