BREITENEICH / Anzeigen konnten die Zerstörung des in mehreren Jahren entstandenen Feuchtbiotops in der Riede Gmoos nicht verhindern. Die Behörde schaute zu, wie von Grundeigentümern und Pächtern massive Drainagierungen vorgenommen wurden. Jetzt ist der Zug abgefahren.
Die NÖN machte im April auf den Umstand aufmerksam, dass das im Gmoos entstandene Naturparadies durch Drainagen zerstört zu werden drohte. Die Behörde schaltete sich ein. Doch es wurde nicht verhindert, dass aus dem Biotop, in dem auch seltene Vogelarten eine Heimat fanden, durch Baggerungen eine Steppe gemacht wurde.
„Es wird noch geprüft, ob Schritte gesetzt wurden, die wasserrechtlich bewilligungspflichtig gewesen wären“, stellt Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gerlinde Draxler zum Status quo fest. „Es ist auch ein Naturschutzsachverständiger des Landes dabei.“ Ein neuer Verein unter Werner Hirsch, der die Agenden einer früher einmal hier bestehenden Drainagierungsgemeinschaft übernommen habe, sei verantwortlich und werde der Behörde Rechenschaft ablegen müssen. Der stehe auf dem Standpunkt, dass man nur nicht in Stand gehaltene Ableitungen wieder betriebsfähig gemacht habe. „Ob die Maßnahmen, die gesetzt wurden, legal waren, wissen wir noch nicht“, so Draxler. Falls die Baggerungsarbeiten ungesetzlich gewesen seien, drohe den Verantwortlichen jedenfalls ein Strafverfahren.
Eingriffe in die Natur sind nicht mehr gut zu machen
Daran glaubt in Horn und Breiteneich ebenso wenig jemand wie an einen Rückbau in den ursprünglichen Zustand, der dann verfügt werden könnte. Ein Erfolg einer derartigen Maßnahme wird jedoch angesichts der aktuellen Lage im Gmoos ohnehin in Frage gestellt. Auch Hans-Martin Berg, Vorstand von BirdLife Österreich, ist ernüchtert: „Im Mai hatten wir noch gehofft, dass der naturnahe Zustand wieder herstellbar ist. Das zu wünschen, ist wohl vergeblich. Man müsste alle neu angelegten Drainagen wieder herausnehmen.“
Neidisch blicken Kenner der Szene nach Laa an der Thaya, wo neben dem neuen Industriepark ein Feuchtgebiet entstanden ist. Landwirte erhalten dort Entschädigungen aus dem Programm ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft, Anm.) für ihren Ernteentgang. Wäre so etwas auch in Horn möglich gewesen? Berg: „Das ist eine gut vergleichbare Situation. Die Gemeinde war dort sehr weitsichtig und hat auch positiv auf die Besitzer gewirkt. Das wäre ursprünglich auch in Horn meine große Hoffnung gewesen.“
Für das Gmoos sei, so der in Horn geborene Vogelkundler, der Zug wohl abgefahren. „Es wäre eine große Chance für die Natur gewesen.“ Zwar laufe derzeit noch ein Verfahren, „aber es ist schon zu vieles verbockt“.







