VON MARTIN KALCHHAUSER
GREILLENSTEIN / Seit 1988 spielt der aus Winkl, Gemeinde Röhrenbach, stammende Schauspieler Alois Frank, den „Herrn Karl“ und bezeichnet dieses Stück Helmut Qualtingers selbst als seine „Lebensrolle“. Zu Recht, wie das Publikum in der Taverne Greillenstein bei der 410. Aufführung (!) Franks am 18. 11. einmal mehr erleben konnte.
Der Wiener, dem die Rolle des zwischen Kabarett und Theater angesiedelten Monologs auf den Leib geschneidert scheint, gab den „typischen Österreicher“ höchst überzeugend. Mehr als eine Stunde lang verfolgten die Gäste die Ausführungen des Magazin-Arbeiters in einem Lebensmittelgeschäft. Er schlüpfte bei seiner Erzählung der Geschichte Österreichs von der ersten Republik über die Nazi-Zeit bis zu den Nachkriegsjahren in die Rolle des „unpolitischen“ Alpenländlers, der „ein bisschen katholisch“ ist, mit jedem Regime leben und sich als Parade-Opportunist immer bestmöglich anpassen kann.
1961, bei Verfilmung für den ORF, sorgte das Stück für Aufregung. Heute ist es kein Aufreger mehr. Nur für Aufsehen im positiven Sinn war gesorgt: durch Franks großartige Darbietung.







