VON MARTIN KALCHHAUSER
HORN / Stephan Rabl (47) aus Radessen (Gemeinde Ludweis-Aigen) gründete vor 21 Jahren das Kinder- und Jugendtheaterfestival „szene bunte wähne“ (sbw). Nach wie vor ist der seit 2004 als Direktor des „Dschungel Wien“ tätige Theatermacher Obmann-Stellvertreter. Vom Vorstand wurden die Verträge mit Geschäftsführer Mag. Michael Krbecek und der künstlerischen Leiterin Johanna Figl nicht verlängert. Die NÖN sprach mit Rabl über die Änderungen.
NÖN: Werden Sie wieder vermehrt in Horn bzw. im Waldviertel „mitmischen“?
Rabl: Ich werde wieder ein wenig mehr in Erscheinung treten, auch in Radessen, wo sbw ja die ersten zwölf Jahre seinen Vereinssitz hatte und ich den Bauernhof meiner Eltern geerbt habe. Auch dort möchte ich gerne wieder aktiv Dinge veranstalten. Man kennt sbw vom Theaterfestival und vom Tanzfestival in Wien. Aber früher war es so, dass man sbw auch durch viele Aktivitäten das Jahr über gekannt hat. Ziel ist, dass ab dem Sommer spürbar wird, dass sbw nicht nur das Festival ist. Das Kulturbüro in der Region soll auch internationale Projekte machen, verstärkt auch Vermittlungsprojekte. Und natürlich liegt der Schwerpunkt auf jungem Publikum – aber junges Publikum ist automatisch auch immer die ganze Bevölkerung. Es geht um Eltern, Lehrer…, das soll wieder stärker ins Bewusstsein kommen.
NÖN: Wollte das bisherige Team das nicht mittragen? Oder wollten Sie es nicht mehr?
Rabl: Es ändert sich nur die Leitung, nicht das ganze Team. Peter Cerny, ein Zwettler, ist seit Jahren dabei, auch Renate Nigischer aus Allentsteig, wird weiter mitmachen. Aber dort, wo es um Leitung geht – das hat immer mit Führen, Struktur und Zielen zu tun –, finden wir eben, dass es einen neuen Input braucht. Auch glauben wir, dass es besser ist, dass Yvonne Birghan-van Kruyssen beide Funktionen in sich trägt. Sie ist Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin – wie das damals auch bei mir war.
NÖN: Was ist der Vorteil?
Rabl: Es ist einfach besser, wenn man wieder stärker die Visionen einer Person spürt, die diese auch verantwortet.
NÖN: Welche Stärken hat die neue Leiterin?
Rabl: Der Background Birghans ist vielleicht ein wenig schräg. Sie kommt aus Berlin, wohnt aber seit Ende Dezember in Horn. Sie ist ein richtiges „Theaterkind“. Ihre Mutter hat im Theater gearbeitet, sie selbst ist dort sozusagen aufgewachsen. Sie war künstlerisch tätig, unter anderem im „Theater an der Parkaue“ (das größte und einzige staatliche Kinder- und Jugendtheater in Deutschland, Anm.) und war auch im Management tätig. Sie lebt und atmet Theater. Sie weiß auch, was es heißt, etwas von der Pike auf zu machen, Visionen umzusetzen und das auch zu verantworten.
NÖN: Woher kam die Initiative zum Auswechseln der Leitung?
Rabl: Die Initiative ist eindeutig vom Vorstand gekommen. Dieser hat ja letztlich die Verantwortung und auch eine Grundvision. sbw ist mein „Kind“, und natürlich war da auch ein starker Impuls von mir, weil ich gefunden habe, da gehört frische Energie, Vision, Dynamik, Kraft und Mut dazu. Ein Neustart bedeutet eben auch oft eine personelle Veränderung.
„Yvonne Birghan hat im ,Chefsessel‘ des szene-bunte-wähne-Festivals in Horn Platz genommen“, scherzte Gründer und Vereinsobmann-Stellvertreter Stephan Rabl (rechts) mit Horns Bürgermeister Jürgen Maier beim NÖN-Fototermin im Hof des Kunsthauses.
MARTIN
KALCHHAUSER







