VON CHRISTOPH HORNSTEIN
KLOSTERNEUBURG / Das „AST-Taxi neu“ ist ein paar Wochen alt, es gibt allerdings mehr Beschwerden als in den letzten zwölf Jahren seines Bestehens. Während Verkehrsstadtrat DI Willibald Eigner von „Kinderkrankheiten“ spricht, meinen andere, es sei kontraproduktiv, das gesamte Taxigeschäft in die Hände der örtlichen Taxiunternehmen zu legen. Die NÖN sprach mit Sabine Zuklin, deren Busunternehmen mehr als zehn Jahre das AST geführt hat.
NÖN: Sie haben mit Ihrem Busunternehmen bei der letzten Ausschreibung mit den örtlichen Taxiunternehmen nicht mithalten können.
Zuklin: Wir konnten die Ausschreibung aufgrund des zusätzlichen Fahrzeuges in Scheiblingstein nicht für uns entscheiden. So mussten wir ein eigenes Fahrzeug mit einem eigens dafür abgestellten Fahrer rechnen, während die Taxiunternehmen hier ihre Überkapazitäten einsetzen können, die sowieso zur Verfügung stehen und mit wesentlich geringeren Fixkosten kalkuliert werden können.
NÖN: War das AST für Sie eigentlich jemals ein Geschäft?
Zuklin: Das AST war deshalb nicht kostendeckend, weil wir jährlich rund 60.000 Euro für den Betrieb - zwei Taxis, sieben Tage die Woche - erhalten haben. Die jetzigen Betreiber erhalten ja meines Wissens mehr als das Doppelte. Wir haben jahrelang rote Zahlen geschrieben, das aber als ergänzendes Service zum Linienverkehr betrachtet. Wir mussten sparen, um die Verluste so gering wie möglich zu halten.
NÖN: Wie unterscheidet sich das „AST neu“ vom „AST alt“?
Zuklin: Unsere Taxis waren keine Neufahrzeuge, sondern Gebrauchtfahrzeuge. Es war kein zusätzliches, eigenes Taxi für Scheiblingstein und Ölberg möglich, wir haben das AST Klosterneuburg mit zwei Fahrzeugen betrieben und wurden deshalb immer wieder scharf kritisiert für die dadurch aufgetretenen Verspätungen. Die Bedienung von Scheiblingstein mit einem Taxi war mit der Gemeinde abgesprochen, und ich habe die Gemeinde bei Einführung des AST Scheiblingstein auf die dadurch auftretenden Verspätungen hingewiesen.
NÖN: Viele sind darüber aufgebracht, weil das AST jetzt mehr kostet.
Zuklin: Die Gemeinde hat auf die zahlreichen Kundenwünsche reagiert und in der Neuausschreibung des AST für Scheiblingstein ein eigenes Taxi gefordert, weiters waren Neufahrzeuge verlangt. Dass schon alleine diese Änderungen den Preis für das AST in die Höhe treiben, ist verständlich. Letztendlich waren es aber Kundenwünsche, die in diese Ausschreibung eingearbeitet wurden. Klar ist auch, dass damit eine Erhöhung des Preises, auch für den Fahrgast, verbunden ist, immerhin wird ja auch ein Mehr an Leistung erbracht. Genau jene Fahrgäste, die die Verspätungen und die älteren Fahrzeuge immer wieder kritisiert haben, beschweren sich jetzt über die Preiserhöhung. Für mich unverständlich: Sollte doch jedem klar sein, dass ein Mehr an Leistung auch mehr kostet.
NÖN: Ist das AST für die jetzigen AST-Betreiber die Taxiunternehmungen Danzinger und Glück ein Geschäft?
Zuklin: Ich kenne natürlich deren Kalkulation nicht. Aber aus dem Blick des Betriebswirts, denke ich, werden die beiden damit etwas verdienen. Nach meinen Kalkulationen ist der jetzige Preis für die Taxiunternehmer Danzinger und Glück kein Verlustgeschäft, anders als bei uns und somit nicht vergleichbar.
NÖN: Immer wieder flattern in unsere Redaktion Beschwerden, dass schon bei der Bestellung nichts klappen würde. Wie war das zu Ihrer Zeit?
Zuklin: Das Call-Center hat, wie wir noch AST-Betreiber waren, nicht geklappt. Ich war seinerzeit mehrmals persönlich in Hollabrunn, um die Fehler gemeinsam mit den Call-Center-Betreibern zu beheben, aber letztendlich hat sich die Gemeinde damals doch für den Ausstieg entschieden. Zwischenzeitlich sind einige Jahre vergangen, sowohl die Technik als auch die Software des Call-Centers haben sich weiterentwickelt. Klosterneuburg ist aufgrund der AST-Geschichte und Entwicklung sehr komplex im Vergleich zu anderen Gemeinden, Startschwierigkeiten sind daher durchaus verständlich. Wir dürfen nicht vergessen, dass Klosterneuburg eine lange AST-Geschichte hat, eine der ersten Gemeinden war, die ein AST eingerichtet hat, eine Vorreiterrolle inne hatte.







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