VON KATHARINA DERFLER
KLOSTERNEUBURG / „Sie haben Ihren Gewinn noch nicht abgeholt!“ oder „Sie werden bei uns mit einem Treuhandkonto geführt, dessen Betrag wir jetzt auszahlen müssen!“ - mit diesen Sätzen köderte die Firma „Salzburger Treuhand“ zahlreiche Pensionisten.
Nicht selten finden Rentner zwischen der Post ein Schreiben, in dem steht, dass sie angeblich etwas gewonnen haben. Nur in den seltensten Fällen ist das wirklich der Fall. Denn hinter diesen Massenaussendungen stecken häufig Betrügerfirmen, die es auf das Geld der gutgläubigen Leser abgesehen haben. Meist kann der Gewinn „nicht direkt zugestellt werden“, man muss ihn von einem bestimmten Ort holen, bei dem man dann „netterweise“ gleich zum Essen eingeladen wird. Hinter dieser Einladung stecken Werbeveranstaltungen, bei denen die Firmen den „Gewinn“ - der oft nur aus einem Rubbellos besteht - erst nach einem stundenlangen Vortrag auszahlen.
Opfer werden mit Bussen aus den Gemeinden abgeholt
Auch Gemeinderätin Waltraud Balaska hat einen solchen Brief von der „Salzburger Treuhand“ erhalten. „Ich würde gerne wissen, woher die meine Daten haben“, fragte sie sich. In dem Schreiben wurde sie eingeladen, sich am 31. Jänner in der Früh am Niedermarkt einzufinden, um mit einem Bus zu einer „Zweigstelle“ der Firma nahe Klosterneuburg gebracht zu werden. Dort sollte ihr dann der Gewinn im Rahmen eines kostenlosen Frühstücks und Mittagessens übergeben werden.
Balaska ließ sich jedoch nicht beeindrucken: „Ich habe nie bei einem Gewinnspiel teilgenommen.“ Die NÖN fand sich daraufhin an diesem Morgen am Niedermarkt ein - und tatsächlich: ein Bus wartete auf potenzielle Opfer. Einige Menschen saßen bereits im Bus, Mitarbeiter der Firma dürften sich darin nicht befunden haben. Der Busfahrer wusste nichts von dem Geschehen: „Ich erfahre erst, wo ich überhaupt hinfahren muss. Ich habe mit der Firma, die den Bus gemietet hat, nichts zu tun.“
Laut einer Aussendung der Arbeiterkammer werden den Menschen bei der Ankunft dubiose und überteuerte Gesundheitsprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Magnetfeldtherapien auf unfreundliche Art und Weise aufgedrängt. Aus einem Kaufvertrag auszusteigen ist im Nachhinein meist sehr umständlich.
Briefe ignorieren und nicht zum Termin erscheinen
Die „Salzburger Treuhand“ steht bereits auf der schwarzen Liste der Arbeiterkammer, da sie keine zustellfähige oder klagsfähige Adresse hat. Es wird geraten, auf keinen Fall in einen der Busse einzusteigen.
Es gibt bestimmte Kriterien, die ein Unternehmen auf die schwarze Liste bringen, zum Beispiel, wenn als Adresse nur ein Postfach angegeben ist. Weiterführende Informationen auf der Homepage der Arbeiterkammer unter www.arbeiterkammer.at.








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