KLOSTERNEUBURG / Für 2012 kündigt das Essl Museum zahlreiche neue Ausstellungen an. Den Beginn macht eine Personale zu Anselm Kiefer, einem der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart, und seinem aktuellen Schaffen (3. Februar bis 29. Mai).
Die Sammlung Essl ist im Besitz zahlreicher Videos und installativer Arbeiten. Die Ausstellung „Videokunst“ (9. März bis 13. Mai) gibt Gelegenheit, bedeutende Werke neu zu entdecken, besonders die aufwendig restaurierten Arbeiten „Les Armes d’Acier“ (1986/87) von Marie-Jo Lafontaine und „Duet Memory“ (1995) von Nam June Paik.
Riesige, meist aufgelassene Industrieanlagen inspirierten den Österreicher Rudolf Schönwald zu einem Zyklus von Industriezeichnungen, den er über einen Zeitraum von über drei Jahrzehnten ausführte. Das Essl Museum zeigt - ebenfalls von 9. März bis 13. Mai) eine Auswahl dieses außergewöhnlichen grafischen Werks mit Schwerpunkt auf neuen, noch nie gezeigten Arbeiten.
Besucher von Ausstellungen verharren durchschnittlich nur einige Sekunden vor Kunstwerken, bevor sie zum nächsten Werk eilen. Das Essl Museum reagiert darauf mit einem radikalen Ausstellungskonzept. Im Großen Saal mit 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden nur zwei Kunstwerke gezeigt. Pro Stunde werden nur zwei Besucher eingelassen, damit diese sich ganz auf die Kunst einlassen können. Das Sammlerehepaar Essl möchte damit ein Zeichen setzen für kontemplative Auseinandersetzung mit Kunst („Silence. Ein Raum der stillen Begegnung mit Kunst“. 4. April bis 10. Juni).
Der österreichische Künstler Franz Zadrazil ist für seine fotorealistischen Darstellungen von Häuserfassaden, Geschäftsportalen und Stadtbahnstationen bekannt. Seine Inspirationen bekam er in erster Linie in seiner Geburtsstadt Wien, aber auch in New York und Paris. Die erste große Retrospektive des 2005 verstorbenen Künstlers wird gemeinsam mit seiner Witwe Andrea Kasamas realisiert. Gezeigt werden auch noch nie präsentierte Werke aus den letzten Lebensjahren Zadrazils (1. Juni bis 28. Oktober).
Zwischen figurativer und abstrakter Malerei
Die Arbeiten der 1969 geborenen britischen Künstlerin Cecily Brown befinden sich an der Grenze zwischen figurativer und abstrakter Malerei. Das Essl Museum widmet Cecily Brown von 20. Juni bis 7. Oktober eine Schau im Großen Saal. In enger Kooperation mit der Künstlerin werden brandaktuelle Arbeiten direkt aus dem Atelier, gemeinsam mit Werken aus der Sammlung Essl, gezeigt. Neue Einsichten in die Sammlung und ihre Entwicklung der letzten Jahre vermittelt die Schau „The Essl Collection. Selected Works“ (20. Juni bis 26. August).
Der amerikanische Maler und Grafiker Alex Katz begeht 2012 seinen 85. Geburtstag. Ihn verbindet eine langjährige Freundschaft mit dem Sammlerehepaar Essl. In der Sammlung befinden sich zahlreiche Werke aus allen Schaffensperioden. Sie bilden die Basis einer Werkschau (5. September 2012 bis 8. Jänner 2013) und werden durch von Alex Katz ausgewählte Leihgaben ergänzt.
Die österreichische Künstlerin Xenia Hausner zählt zu den wichtigsten Malerinnen Österreichs. Hausner war zunächst als Bühnenbildnerin tätig und wandte sich erst in den 1990er Jahren verstärkt der Malerei zu. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin wird der Große Saal des Essl Museum mit großformatigen figurativen Arbeiten bespielt (24. Oktober 2012 bis Ende Jänner 2013).
Im Rahmen der Reihe „emerging artists“ präsentiert das Essl Museum im nächsten Jahr junge, noch nicht etablierte, Kunst aus New York, mit Focus auf Brooklyn und Williamsburg („New. New York“. 23. November 2012 bis Ende Februar 2013).







