VON JUTTA HAHSLINGER
BEZIRK KORNEUBURG / „Zwei bis drei Bier habe ich getrunken. Ich brauch‘ das, ich bin Alkoholiker“, meint der in Stockerau wohnhafte Deutsche Xaver X. (41, Name geändert) auf die erstaunten Blicke angesichts seines wankenden Auftritts im Gerichtssaal. Nach kurzer Beratung befindet der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Helmut Neumar, dass X. dem Prozess folgen kann und verhandlungsfähig ist.
X. bedauert sichtlich noch die Abnahme der alkoholischen Notration beim Security-Check, ergibt sich dann aber seinem Schicksal. Er erweckt mit seiner Haltung zwar öfters den Eindruck, er halte ein Nickerchen, schaltet sich dann aber immer wieder lautstark in das Prozessgeschehen ein. X. gibt zu, das Beziehungsende mit einer Bisambergerin (37) nicht verkraftet zu haben. Aus enttäuschter Liebe habe er deshalb mehrere Brandanschläge verübt: Am 2. Mai vergangenen Jahres schüttete er Benzin über das Auto seiner Ex und zündete es an. Am 23. Mai warf er einen Molotow-Cocktail gegen deren Hauswand. Damit nicht genug, zerkratzte er im April mehrfach den Autolack, zerstach Reifen und füllte die Türschlösser mit Sekundenkleber. Weiters besprühte er das Haus der Frau mit schwarzer Farbe.
„Ja, ich habe Scheiße gebaut. Humor ist aber, wenn man trotzdem lacht“, meint X. mit Galgenhumor und bricht dann in Tränen aus. Den Schaden von rund 6.000 Euro habe X. laut seinem Verteidiger Manfred Dimmy bereits gut gemacht.
Der bislang unbescholtene X. wird wegen versuchter Brandstiftung und schwerer Sachbeschädigung rechtskräftig zu einer teilbedingten Strafe verurteilt: 20 Monate, davon muss X. fünf Monate hinter Gittern absitzen.








