VON HELMUT SEUFERT
STOCKERAU / Mit einer Aufführung der Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller im Z2000 startete die Operettenbühne Wien eine Gastspielreise, die das Tourneetheater durch die Deutsche Bundesrepublik und noch einige weitere Staaten Europas führt.
Als Regisseur verzichtete Heinz Hellberg auf jede moderne Deutung der Handlung, während er als Dirigent des ambitioniert spielenden Orchesters für einen flotten Ablauf sorgte. So hatten die Darsteller die Gelegenheit, ihre Rollen dem Charakter entsprechend zu gestalten. Und diese Gelegenheit nützte nicht allein Peter Erdelyi in der Rolle des Dorfschulzen, der den korrupten Wildmeister Baron Weps, dargestellt von Andreas Jankowitsch, durch eine Bestechung davon abhalten will, seine wildernden Dorfbewohner zur Verantwortung zu ziehen.
Hauptdarsteller sorgten für Begeisterung beim Publikum
Auch Thomas Markus als liederlicher Graf Stanislaus, der keine Skrupel hat, sich durch Betrug Geld zur Befriedigung seiner Spielsucht zu beschaffen, und Linde Rupp als auf Etikette bedachte ältliche Hofdame Baronin Adelaide, überzeugten. Elena Schreiber entfachte als nachsichtige Kurfürstin, die mit dem wunderschön gesungenen Lied „Als geblüht der Kirschenbaum“ einen Beifallssturm, wohingegen sich der starrköpfige Vogelhändler Adam, der in Gestalt von Stefan Reichmann aus Tirol in die Pfalz kam, sich mit der Wiederholung des Refrains vom Lied „Wia mei Ahnl zwanzig Jahr“ für den Applaus bedankte. Die etwas zu resche Briefchristl Susanne Fugger fügte sich nahtlos in die Handlung ein, während die beiden Professoren, dargestellt von Urs Mühlethaler und Peter Erdelyi, wohl für Humor sorgten, aber nicht mehr so ganz den heutigen Vorstellungen entsprachen.
Alles in allem war die Vorstellung ein Zeichen dafür, dass die Operette nach wie vor lebt.







