VON UDO SAGL
BEZIRK KREMS / „Ja, sie sind wieder da!“ Bezirksjägermeister Erhard Brandstetter bestätigt sensationelle Beobachtungen in den Wäldern der Region Krems: Erst waren es – wie berichtet – Elche, die gesichtet wurden, und jetzt gibt es auch eindeutige Beweise für die Rückkehr ausgerotteter Raubtiere.
Jüngster Beleg: Bilder einer selbstauslösenden Kamera zeigen einen Luchs, der in der Nacht zum 13. Jänner am Jauerling in eine „Fotofalle“ tappte. Das Tier konnte aufgrund der deutlichen Fellzeichnung zweifelsfrei identifiziert werden. Außerdem berichten Jäger über Begegnungen mit Luchsen im Bereich von Aggsbach-Markt.
Vom Schneeberg bis nach Gobelsburg unterwegs …
Im Kamptal wiederum ist der Wolf unterwegs! Einen ersten „Verdacht“ gegen „Meister Isegrim“ gab es schon vor mehreren Monaten, als im Bereich Langenlois-Gobelsburg ein Schaf gerissen wurde. Mittlerweile liegt eine DNA-Analyse vor. Die Spuren konnten einem Wolf zugeordnet werden, der auch im Schneeberggebiet regelmäßig jagt.
Fachleute vermuten, dass die in Ostösterreich auftretenden Wölfe aus Italien stammen. Bei den Luchsen wiederum dürfte es sich um Tiere handeln, die neuerdings verstärkt aus dem Böhmerwald einwandern.
Spaziergänger können trotzdem beruhigt sein: Wolf und Luchs sind sehr scheu und verhalten sich Menschen gegenüber ausgesprochen „zurückhaltend“. Probleme gibt es in der Regel nur dann, wenn Haustiere gerissen werden. „Die Rückkehr der Wölfe könnte dort klappen, wo sich ungestörte Gebiete befinden und wo man die Tiere duldet“, heißt es seitens der Naturschutzorganisation WWF.
Ja zur Duldung, Nein zur gezielten Wiederansiedlung
Was sagt die Jägerschaft? „An einer gezielten Wiederansiedlung haben wir kein Interesse“, so Brandstetter mit dem Hinweis auf den Nahrungsbedarf der „Zuwanderer“, die es besonders auf Rehe abgesehen haben. „Aber die paar Luchse oder Wölfe, die hier sporadisch auftreten, kann man locker verkraften. Die marschieren hier eher nur durch. Für ein dauerhaftes Revier fehlt ihnen bei uns der Platz.“
Die seltenen „Gäste“ stehen jedenfalls unter Schutz. Brandstetter: „Unsere Jäger halten sich auch streng an die Regeln. Geschossen wird auf keinen Fall!“








