VON GILA WOHLMANN
BEZIRK LILIENFELD / Sie wollten als Drogenkuriere ihr Geld machen, doch sie hatten nicht mit den professionellen Suchtgiftfahndern der Polizeiinspektionen Traisen und den Beamten des Landeskriminalamts NÖ gerechnet. Sie setzten ihrem Treiben ein Ende.
Die Dealer hatten sich auf den Handel mit Mephedron spezialisiert. Die Ermittlungen ergaben, dass die Beschuldigten pro „Schmuggelfahrt“ zwischen 100 bis 240 Gramm Mephedron in Budapest erworben und dieses per Pkw über den Grenzübergang Nickelsdorf nach Österreich eingeführt haben. Beim Haupttäter soll es sich um einen 19-jährigen Soldaten aus St. Pölten handeln. Da er keinen Führerschein und kein Auto hatte, brauchte er Chauffeure: Ein St. Veiter (20), ein St. Aegyder (19), ein Traisner (22), ein Wölblinger (19), ein 21-Jähriger aus Oberwagram, ein Wilhelmsburger (22), ein junger Mann aus Pyhra (21) sowie zwei 21-jährige St. Pöltner sollen nicht nur als Drogenkuriere fungiert haben, sondern selbst Konsumenten dieser Modedroge sein.
Die zehnköpfige Bande soll bei elf Fahrten knapp 1,6 Kilogramm Mephedron mit einem Straßenverkaufswert von bis zu 47.400 Euro in der Zeit von September 2010 bis Jänner 2011 für den Eigenkonsum und den gewinnbringenden Weiterverkauf transportiert haben. Das Suchtgift erwarben sie bei zwei ungarischen Dealern zu einem Grammpreis von fünf Euro.
Der Haupttäter wird auch beschuldigt, zwei Mittäter beauftragt zu haben, selbst zwei weitere Schmuggelfahrten durchzuführen, wobei diese insgesamt 360 Gramm Mephedron von Ungarn nach Österreich eingeführt und anschließend in St. Pölten an ihn übergeben haben dürften. Als Fuhrlohn sollen die beiden pro Fahrt jeweils einen Deka Mephedron bekommen haben. Eine Wohnung in St. Pölten diente als Umschlagplatz: Hier haben der Dealer und seine Kumpanen den Stoff für den Weiterverkauf vorbereitet und auch vertrieben.
Dem Soldaten konnte der gewinnbringende Vertrieb von rund 340 Gramm Mephedron an insgesamt 27 Konsumenten in den Bezirken Lilienfeld, St. Pölten und Krems zu einem Grammpreis von 25 bis 30 Euro nachgewiesen werden. Er war außerdem noch zum weiteren Erwerb von rund 70 Gramm Mephedron von einem Wiener Dealer geständig. Alle Bandenmitglieder und die ausgeforschten Konsumenten wurden nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt.






