VON ASTRID KRIZANIC-FALLMANN
LILIENFELD / In den Beständen ihrer Großeltern fand eine Frau aus Haag im Bezirk Amstetten ein handschriftlich geführtes Kochbuch des Stiftes Lilienfeld aus dem Jahr 1899.
„Das Vorsatzblatt trägt den Stempel des Stifts-Küchenamtes mit Datum 12. November 1899 und die Unterschrift des Küchenmeisters Pater Sigismund Exinger“, erzählt Abt Matthäus Nimmervoll, „auch die Signaturen der damaligen Stifts-Oberköchin Theresia Rosenbaum und ihrer Nachfolgerin Anna Beyer sind zu finden.“ Historikerin Ingrid Haslinger, welche bereits zur Jubiläumsausstellung 2002 die Geschirrkammer geordnet und katalogisiert hatte, konnte als profunde Spezialistin die Unterlagen transkripieren. Mit von ihr verfassten Begleittexten zum Haushalt des Stiftes, dem Stiftskeller, den Fastenspeisen, den Mahlzeiten der Mönche oder der Vorratshaltung entstand so das Buch „Klosterkulinarium. Aus der Stiftsküche der Lilienfelder Zisterzienser“, das Einblick in die Lebenskultur und die kulinarischen Gepflogenheiten gibt.
Veröffentlicht wird weiters eine große Anzahl oft schon vergessener Rezepte. Hilfestellung dabei bietet das umfangreiche Glossarium. Ein beiliegender Speisezettel enthüllt ebenfalls, dass zum Beispiel am 15. Mai 1899 „Tirolerschöberl Rindfleisch mit Erdäpfelsause Banirte Schnitzel mit Kraut Lungenbraten Erdäpfel“ und zum Nachtmahl „Hendl mit Chombot u. Salat“ oder am 31. Oktober 1899 „Fischsuppe Sardinen Kohl Erdäpfelkrapfel Karpfen Salat Kastanien“ und zum Nachtmahl „Erdäpfelnudl Käß“ gereicht wurden.
Am Freitag, 2. Dezember, findet die Präsentation im Pfarrsaal, dem ehemaligen Mönchsspeisesaal, um 16 Uhr statt. Dabei kommen Abt Nimmervoll, die Autorin und der Verlagsleiter des Mandelbaum-Verlages zu Wort. Moderation und Bildbegleitung zum Thema übernimmt Harald Schmid.
Die Neuerscheinung kann einmalig zum vorweihnachtlichen Subskriptionspreis um 22 Euro erworben werden.






