„20 bis 40 durchziehende Störche wurden zuletzt beim herbstlichen Durchzug über Laa gezählt, so Auring Experte Manuel Denner. Mit den geschaffenen Feuchtwiesen hoffen die Ornithologen dem Frühlingsboten Weißstorch das Brüten in Laa schmackhaft zu machen. An Mäusen, Regenwürmer, Insekten und Fröschen sollte es im Storcheneldorado Thayapark nicht mangeln. Mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr platzierten die Experten drei Kunsthorste im Ortsgebiet: als Nistplattform dient der Schornstein eines aufgelassenen Fabrikgebäudes sowie die Dächer eines aktiven Sägewerks und eines bewohnten Gutshofes. Zwei weitere Horste werden auf Bäumen im Umland von Laa eingerichtet. „Für die Nisthilfen werden Unterlagen aus geflochtenen Korbweiden verwendet. Aber auch ausgediente Wagenräder kommen zum Einsatz“, erklärt Denner die künstlichen Storchennester.
Feuchtgebiet nicht nur für Störche nützlich
Die fünf Hektar gewidmetes Gewerbegebiet mit trockengelegten Äckern sind kaum wieder zu erkennen. Direkt neben dem Gewerbegebiet Thayapark dürfen Wiesen witterungsbedingt wieder unter Wasser stehen. Die angrenzende Verlandungszone beweiden ab diesem Jahr Bio-Rinder. Weitere Renaturierungsmaßnahmen von Entwässerungsgräben um die Stadt Laa sind bereits in Planung. Feuchtgebiete sind nicht nur für die Vogelwelt von großer ökologischer Bedeutung. Als Wasserspeicher und Grundwasserfilter tragen Feuchtgebiete in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken auch zum Klimaschutz bei.
Segelflieger Storch nützt Aufwinde
Für gewöhnlich zieht sich die Ankunftszeit der Weißstörche von Anfang März bis Ende April. Wenn die Weißstörche Mitteleuropa dieser Tage wieder erreichen, haben sie bis zu 10.000 Kilometer hinter sich gebracht. Der Zugvogel kommt aus seinem Winterquartier in Afrika, südlich der Sahara. Als Segelflieger nutzt der Storch warme Aufwinde. Gezwungenermaßen umfliegt er das Mittelmeer, da über dem Wasser keine Thermik entsteht. Denner: “daher spricht man einerseits von den Weststörchen, die über Gibraltar europäisches Festland erreichen. Die Oststörche kehren über das Jordantal und den Bosporus zu uns zurück oder fliegen weiter nach Tschechien, Polen oder in den Osten von Deutschland“.
Großangelegtes EU-Projekt
Die Anbringung der Kunsthorste und die bereits umgesetzte Renaturierung des Feuchtgebiets Thayapark ist der gelungene Auftakt zu einem über zwei Jahre angelegten Projekt zum Schutz von Störchen, gefährdeten Greifvögeln und Eulen. „Primäres Ziel hierbei ist die Sicherung von Horststandorten und Gelegeschutz von Großvögeln aber auch die Erhebung und Beurteilung der Vogelbestände entsprechend der Berichtspflicht nach der Vogelschutzrichtlinie der EU“, so Gabór Wichmann Projektleiter bei BirdLife Österreich.
www.birdlife.at
Vogelschutzrichtlinie:
www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/vogelschutz_rl








