VON BERNHARD GARAUS
BIEDERMANNSDORF / Bei den Wahlen 2010 ist er angetreten, um Bürgermeister von Biedermannsdorf zu werden. Im September des vergangenen Jahres versuchte er mit seiner FPÖ, Bürgermeisterin Beatrix Dalos, ÖVP, mit einem Misstrauens-Antrag zu entmachten. Ihr „verursachtes Chaos bei der Führung der Gemeinde“ habe ein gefährliches Ausmaß erreicht. Auch dieser Versuch scheiterte.
Luisser: „Hearing eine Farce, Ergebnis stand schon fest“
Jetzt die Kehrtwende, er wollte mit der Bürgermeisterin zusammenarbeiten, denn FPÖ-Gemeinderat Dr. Christoph Luisser (siehe Foto) hat sich als Amtsleiter beworben und wäre damit zum engsten Mitarbeiter der Ortschefin geworden.
Derzeit wird ein Nachfolger für Irmgard Haidenthaler, die in Altersteilzeit geht, gesucht, das Auswahlverfahren ist bereits abgeschlossen. Luisser bestätigt auf NÖN-Anfrage die Bewerbung und weiß auch schon, dass die Wahl nicht auf ihn gefallen ist: „Die Bürgermeisterin hat mich angerufen und mir das Ergebnis gesagt.“ Er spricht davon, dass „das Hearing eine Farce war. „Es scheint, dass ein Landesbediensteter aus Sankt Pölten besser qualifiziert ist als ein praktizierender Rechtsanwalt“, meint Luisser. „Anscheinend schickt Sankt Pölten einen Aufpasser nach Biedermannsdorf.“
Ein Problem wegen der unterschiedlichen politischen Auffassungen hätte Luisser nicht gesehen: „Ich kann Politik und Beruf unterscheiden. Außerdem habe ich angeboten, mein Mandat zurückzulegen.“
Dalos hat die Aufregung zwar vorausgesehen, kann sie dennoch nicht verstehen. „Wir haben fürs Hearing extra einen externen Vertreter aus einer Gemeinde mit SPÖ-Bürgermeister mit viel Erfahrung auf dem Gebiet der Amtsleitung engagiert.“
Gemeinde-Vorstand hörte zu, Hans Adam bekam nicht frei
Außerdem wurde der gesamte Gemeindevorstand als Zuhörer zu den einzelnen Gesprächen eingeladen, damit alle sich ein Bild davon machen können, dass alles korrekt abläuft. „Damit haben wir der Bitte der Freiheitlichen entsprochen“, sagt Vize-Bürgermeister Josef Spazierer, SPÖ.
Wer zu spät kam und deshalb den Großteil des Hearings von den insgesamt fünf Bewerbern verpasst hatte, sei der FPÖ-Vertreter im Vorstand, Hans Adam, gewesen. „Ich habe nicht frei bekommen“, begründet Adam dies. Er beschwert sich außerdem, dass Dalos am Dienstag verneinte, schon ein Ergebnis des Experten zu haben, obwohl dieser es schon am Montag übermittelt habe.
„Die Hearings waren sogar mehr als unabhängig“, meint Dalos, „auch der zweite Kandidat ist Rechtsanwalt – wie Herr Luisser.“ Spazierer ist derselben Meinung: „Mir war im Vorfeld wichtig, dass ein Experte die Hearings macht und wirklich objektiv und unpolitisch entscheidet. Und ich bin sicher, dass dies auch geschehen ist.“
Die endgültige Entscheidung über den Vertrag soll am 23. Februar in der Gemeinde-Vorstandssitzung fallen, danach wird der Nachfolger von Irmgard Haidenthaler offiziell vorgestellt.
Luisser gibt sich am Ende als fairer Verlierer. Dem zukünftigen Amtsleiter wünscht er viel Glück und Erfolg bei der Arbeit.






