VON CHRISTOPH DWORAK
BIEDERMANNSDORF / Lange Zeit war von Bankomat-Dieben nichts mehr zu hören. Zuletzt schnitten immer noch Unbekannte am 21. November in Göstling/Ybbs einen Geldausgabeautomaten auf. Mit einem lauten Knall wurde offensichtlich der Startschuss zur neuerlichen Serie im Jahr 2012 abgegeben. Am Montag um exakt 3.32 Uhr flog der Bankomat der Raiffeisenregionalbank Mödling in Biedermannsdorf in die Luft. Kurz zuvor hatte ein Maskierter das Foyer betreten und die Überwachungskameras verdreht.
Leopoldine Heinzmann, eine unmittelbare Nachbarin, hatte den Lärm noch mitbekommen und beobachtet, wie ein dunkles Fahrzeug davonbrauste. Wie die Kriminalisten wissen - mit gestohlenen Kennzeichen.
Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt bedauert im NÖN-Gespräch, dass „eine sofort eingeleitete Alarmfahndung auch mit Hubschraubern leider nicht erfolgreich verlaufen ist.“
Vergleiche zur Sprengung in Brunn sind zulässig
Schuch geht nach einer ersten chemischen Überprüfung durch Experten des Bundeskriminalamtes „mit Sicherheit davon aus, dass Gas in den Bankomaten eingeleitet worden ist“. Verbindungen zu den Tätern, die im September 2010 fast die Raika-Filiale in Brunn am Gebirge dem Erdboden gleichgemacht haben, seien „durchaus möglich“.
Für Mag. Burkhard Schindl egger, Direktor der Raiffeisenregionalbank Mödling, ist angesichts des beträchtlichen Ausmaßes der Zerstörung „vorerst einmal froh, dass niemand verletzt worden ist“.
Der Schaden dürfte die 150.000 Euro-Grenze übersteigen. Im Bankomat soll sich ein mittelhoher fünfstelliger Euro-Betrag befunden haben.
Nun spiele man alles Optionen durch, was mit dem Gebäude passieren wird. „Natürlich steht dabei der betriebswirtschaftliche Aspekt im Vordergrund. Wir können aber garantieren, dass wir den Kunden etwas sehr Akzeptables bieten werden.“
Notbetrieb ist angelaufen, Sicherheit bleibt Thema
Was die Sicherheit angelangt, habe man in Biedermannsdorf - einer Filiale, die schon sechsmal (!) überfallen worden war, „nahezu alles ausgereizt. Es ist eben sehr schwer, den Spagat zwischen der Sicherheit für Kunden sowie Mitarbeiter und dem täglichen Bankgeschäft zu machen“.
Schon am Dienstag hat die Filiale Biedermannsdorf den Notbetrieb aufgenommen. „Die Selbstbedienungsgeräte können derzeit aber nicht benützt werden“, sagt Schindelegger und verweist auf die nahe Filiale in Laxenburg.






