TERNITZ / Unzählige Opfer forderte der Zweite Weltkrieg. Die Ungewissheit, wo so mancher Angehöriger verschwunden ist, beschäftigt noch heute viele Menschen.
Der Ternitzer Karl Birnbauer gab die Suche nach seinem verschollenen Bruder Hermann nie auf. Nach jahrzehntelanger Suche fand er das Grab seines älteren Bruders und begab sich auf Spurensuche nach Frankreich. „Mein Bruder, der 1926 geboren wurde, war Flieger im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Kriegsende war es sinnlos den Vermissten ausfindig machen zu wollen, damals gab es ja keine Recherchemöglichkeiten“, erzählt Karl Brinbauer.
Im Jahr 1960 ging er aus beruflichen Gründen für zehn Jahre nach Südafrika, als er wieder in die Heimat zurückgekehrt war, nahm er die intensive Suche auf: „Ich wandte mich an alle möglichen Stellen, doch alle Bemühungen blieben sehr lange Zeit erfolglos. Erst Jahre später erhielt ich ein Schreiben, in dem man mich informierte, dass mein Bruder auf einem Soldatenfriedhof in Andilly begraben sein soll.“
Doch so sehr sich Karl Birnbauer über die Nachricht auch freute, er konnte den Ort auf der Landkarte nicht ausfindig machen. Durch weitere Nachforschungen und mithilfe des Internets gelang es ihm, Andilly, welches übrigens in Elsaß-Lothringen liegt, endlich zu entdecken. Die Reise war schnell geplant und mit einem Freund machte er sich umgehend auf den Weg. Doch auch vor Ort stellte es eine Herausforderung dar, den Soldatenfriedhof aufzuspüren.
Die Suche nach dem Grab in Frankreich blieb spannend
„Wir hatten zunächst mit der Verständigung zu kämpfen, da wir kein Wort Französisch sprechen. Erst durch die Auskunft von Einheimischen fanden wir die Route, welche uns durch einen Wald zum Friedhof, der rund drei Kilometer von Andilly entfernt liegt, führte.“ Dort angekommen staunten die Spurensucher nicht schlecht, denn es bot sich ihnen das Bild eines riesigen Friedhofs, auf dem 11.000 Menschen begraben sind. „In diesem Gebiet muss im Krieg die Hölle los gewesen sein. So viele Menschen verloren dort ihr Leben“, so Karl Birnbauer nachdenklich. Wo sollte man also mit der Suche nach dem Grab beginnen?
„Ich betrat die Kirche auf dem Gelände des Friedhofs und fand dort eine Tafel mit lauter Namen, die sehr klein geschrieben waren. Erst in einem Schrank entdeckte ich über 70 Ordner, die waren zum Glück alphabetisch geordnet. Binnen zehn Minuten fand ich den Namen meines Bruders.“
Neben diesem war auch die Gruppe eingetragen, in der Hermann Birnbauer begraben ist. Die Ungewissheit hatte somit ein Ende. Für Karl Birnbauer hat es sich gelohnt die Suche nach seinem Bruder nicht aufzugeben, denn nun ist das Rätsel über dessen Verbleib gelöst.







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