VON BURKHARD WEIGL
PURKERSDORF / Zwei Jahrzehnte lang waren Ulrike Putz-Alb und Mag. Karin Eitel ein starkes Duo, das die offene Jugendarbeit in Purkersdorf maßgeblich geprägt hat. Seit der Halbierung des Budgets seitens der Stadtgemeinde im Vorjahr war das Ende für das Jugendhaus „Agathón“ jedoch absehbar.
Die Geschäftsführerin ging ab Juni 2011 aus Einsparungsgründen in Bildungskarenz. Der Rest der - ohnehin nur stundenweise beschäftigten - Mitarbeiter kündigte im Herbst, „da sie die Veränderungen unter den gegenwärtigen strukturellen Voraussetzungen nicht mittragen wollten“, so Eitel. Bei der Generalversammlung des Vereins zog jetzt auch Obfrau Ulrike Putz-Alb die Konsequenzen. Die grüne Ex-Stadträtin Marga Schmidl wurde zur neuen Obfrau gewählt, allerdings nur interimistisch, bis man weiß wie es mit der Jugendarbeit in Purkersdorf weitergeht.
Neben den Jugendzentren Pinguin in Wiener Neustadt und dem Avalon in Allentsteig zählte das Agathón zu den ersten Einrichtungen in Niederösterreich, in denen seit Mitte der 90er Jahre offene Jugendarbeit mit einem sehr stark partizipativen Ansatz geleistet wurde. „Einige später entstandene Jugendzentren orientierten sich an diesen Pionieren“, erklärt Karin Eitel, die Niederösterreich als Vorstandsmitglied im bundesweiten Netzwerk für offene Jugendarbeit (bOJA) vertritt.
Mehrere Gründe für das Scheitern verantwortlich
Für das letztliche Scheitern sieht Eitel mehrere Gründe: „Im Grunde war ein Großteil unserer Probleme eine Geldfrage, denn das Budget reichte in den letzten Jahren nicht einmal für einen Arbeitsplatz, im letzten Jahr nicht einmal mehr für einen halben. Natürlich kommen dann noch andere Faktoren dazu: der falsche Standort, Veränderungen des Freizeitverhaltens der Jugendlichen, Probleme mit den Anrainern, Kommunikationsprobleme mit der Stadtgemeinde etc. Mit ausreichend Budget sind diese Probleme meiner Auffassung nach jedoch professionell handhabbar.“
Über die Zukunft der Jugendarbeit in Purkersdorf wird jetzt in einem Arbeitskreis diskutiert. Unter der Leitung von Lutz Köllner vom Projekt „Com.mit“ des NÖ Bildungs- und Heimatwerks sollen später auch Jugendliche in die Besprechungen eingebunden werden. Eitel: „Ich bin nicht hoffnungslos und hatte den Eindruck, dass in der Arbeitsgruppe konstruktiv gearbeitet wird. Selbst sehe ich mich freilich nur mehr als Impulsgeberin.“
Im Agathón trift sich momentan nur mehr einmal im Monat der Tauschkreis Wienerwald. Auch die Jugend-Suchtberatung wird weitergeführt. Eitel: „Unsere Bewilligung als freier Träger der NÖ Jugendwohlfahrt ist weiter aufrecht.“








