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25.01.2012 | 00:00 |
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Wirbel: Keine Einladung für Altbürgermeister Jelinek
Altbürgermeister Andreas Jelinek: „Als Bürgermeister muss man Kritik aushalten können.“ZVG
KONTROVERSE / Bürgermeister Cech bestätigt, seinen Vorgänger Andreas Jelinek wegen der Verbreitung von „Hasstiraden“ nicht zum Neujahrsempfang eingeladen zu haben.

VON JACQUELINE KACETL

GABLITZ / Im Normalfall führt der Neujahrsempfang des Bürgermeisters maximal zu heftigem Herzklopfen der Geehrten. Diesmal gehen im Nachhinein die Wogen der Empörung hoch: Dass der Vorgänger von Michael Cech, Altbürgermeister Andreas Jelinek, nicht unter den Gästen war, entging nicht der Aufmerksamkeit des früheren Bauabteilungsleiters Heinz Hanko. Als er der Sache auf den Grund ging, sei ihm mitgeteilt worden, dass „dieser explizit nicht eingeladen werden durfte“,so Hanko.

Cech: „Hasstiraden  unterstütze ich nicht“

Dabei habe Jelinek in seiner Amtszeit „gute und ehrenvolle Arbeit geleistet“, ärgert sich der frühere Gemeindebedienstete: „Nur durch eine fatale Fehleinschätzung und eine private Vereinbarung wurde Michael Cech Bürgermeister. Als Dank wird Jelinek jetzt vom amtierenden Bürgermeister ausgegrenzt.“

Auf NÖN-Nachfrage bestätigt Bürgermeister Michael Cech, dass er seinen Vorgänger Andreas Jelinek absichtlich nicht eingeladen habe. „Im Vorfeld gab es einen Kettenbrief von Jelinek mit falschen Anschuldigungen. Diese Hasstiraden unterstütze ich nicht. Mit dieser Form der Vernaderung will ich nichts zu tun haben. Traurig finde ich auch, die Entscheidung des Wählers als fatale Fehleinschätzung zu bezeichnen. Ich hatte über hundert Vorzugsstimmen mehr als Jelinek, der dieses System damals ausdrücklich gefordert hat.“

Im NÖN-Gespräch erklärt Altbürgermeister Andreas Jelinek, sich über die nicht erfolgte Einladung zwar nicht aufgeregt, aber „vielleicht ein bisschen geärgert“ zu haben. „Es ist nicht gut, als Bürgermeister so zu agieren. Schließlich ist es Usus in einer Gemeinde, alle früheren Amtsträger einzuladen.“

Von „Hasstiraden“ sei keine Rede: „Ich nehme mir nur das Recht heraus, die Dinge, die mir nicht gefallen, offen auszusprechen. Das muss man als Bürgermeister aushalten können.“

Und auch mit der Versendung eines elektronischen Kettenbriefs will Jelinek nichts zu tun haben: „Ich habe lediglich ein e-mail mit einem Link zu einem Video, das auf die Online-Plattform Youtube hochgeladen wurde, an mehrere Adressaten versandt. In dem Video ist das im Vorjahr erneuerte Brückengeländer beim Gablitzbach zu sehen, das nicht fachgerecht installiert wurde. Das teure Geländer wurde auf einem desolaten Untergrund montiert. Experten haben mir versichert, dass das nicht lange halten wird. Außen hui und innen pfui .“

„Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen. Das ist Anschütten auf tiefstem Niveau“, kontert Cech. „Wir beauftragen ausschließlich professionelle Firmen. Wir haben alles nachträglich geprüft und es wurden keine Mängel festgestellt. Nur die Rückseite des Gehsteiges zum Bach hin ist optisch nicht ganz einwandfrei“, sagt Cech. Er möchte nun seinen Amtsvorgänger einladen, „mir die Kritikpunkte persönlich vorzutragen.“

Das Youtube-Video mit dem Titel „Schildbürger“ ist unter www.youtube.com/watch?v=tkjFscvLb3o abrufbar.


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