VON ERNST SUSICKY
PURKERSDORF / Wutreden hält Gerold Rudle keine, auch wenn ihm manchmal danach ist, dafür versucht er das gute, alte Protestlied wieder salonfähig zu machen.
In seinem aktuellen Programm „Taktgefühl“, das er gemeinsam mit seinem Partner Markus Marageter auf die Bühne des Purkersdorfer Nikodemus brachte, stieg er gleich einmal mit der Bundeshymne ein. Er präsendierte die „alte“ Version, ohne dabei die „großen Töchter“ mit einzubeziehen. Mit denen hätten die beiden Künstler noch so ihre Probleme, denn spontan fallen ihnen nur zwei große Töchter ein – Bertha von Suttner und Ursula Plassnik . Danach stellten sie ihren eigenen Bundeshymnen-Vorschlag vor, der es wohl nie auf einen Fußballplatz dieser Welt schaffen wird.
Größten Respekt zollte Rudle neben seinem Sohn Tim auch der Occupy-Bewegung, der er ein (Protest)Lied widmete und versprach: „Wenn der Strache an die Macht kommt, stell ich mein Zelt am Heldenplatz auf.“ Marageter nahm Wahlkampfsprüche aufs Korn, indem er sie den Buchstaben nach vertonte. Und so verbarg sich manches Kinderlied hinter dem ein oder dem anderen Walkampfslogan.
Dem konnte Rudle vor allem sein Gesicht entgegen setzen und zeigte, wie man mit Watschen Musik macht. Am Schluss ließen sich die Beiden noch zu einem Liebeslied hinreißen und forderten auf: „Liebet die Liebe, rettet die Welt!“







