VON GERALD BURGGRAF
EBERGASSING / Die Einreichung des von Spar geplanten Logistikzentrums in Ebergassing rückt näher. Grund genug für die Bürgerinitiative „Kontra Logzentrum“ (BI) verstärkt in die Offensive gegen den Bau der Spar-Zentrale zu gehen. Nach einer groß angelegten Plakataktion, die von der Behörde aber gebremst wurde (mehr dazu auf Seite 32), wollte man im Zuge einer Info-Abends am vergangenen Freitag eine „Bombe“ platzen lassen.
BI: „Sind beim Lärm schon über gesetzlichen Rahmen“
Damit war in erster Linie die Präsentation des Lärmschutzgutachtens gemeint, welches von der BI in Auftrag gegeben wurde. „Aus diesem Gutachten eines anerkannten Umwelttechnikers der TU Wien geht hervor, dass wir im Ort schon jetzt zu viel Lärm haben“, zeigten sich die Spar-Gegner entsetzt. So wurde im Zeitraum von 18 bis 6 Uhr die Lärmentwicklung gemessen.
Dabei kam heraus, dass es zwischen 0 und 4 Uhr „relativ ruhig“ sei. „Dennoch sind wir in diesem Zeitraum bereits über dem gesetzlich erlaubten Rahmen an Lärm“, prangert die BI an. Sollte Spar nach Ebergassing kommen, befürchten die Gegner eine massive Erhöhung des Lärms. Besonders dramatisch könnte es, laut Bürgerinitiative, in den frühen Morgenstunden zwischen 0 und 2 Uhr werden. Laut dem Gutachten sind derzeit ein bis zwei Lkw pro Stunde in Ebergassing unterwegs, mit der Spar-Zentrale befürchtet man bis zu 37 Lkw pro Stunde in diesem Zeitraum.
Ortschef: „BI vergleicht dabei Äpfel mit Birnen“
Damit würde der Lärmgrenzwert in der Nacht um rund 50 Dezibel (dB) überschritten werden. In diesem Zusammenhang zeigt sich die BI über die Stellungnahme der Gemeinde in Bezug auf die 3. Piste am Flughafen Wien verärgert. „Dabei hat die Gemeinde angegeben, dass der Nachtwert um bis zu 45 dB überschritten werden würde. Das ist also nicht o. k., wenn Spar aber noch mehr Lärm verursacht ist das in Ordnung?“, kritisiert BI-Sprecher Thomas Edelmaier.
Diesen Vorwurf will sich Bürgermeister Roman Stachelberger nicht gefallen lassen. „Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Bei Spar handelt es sich um Straßen- und beim Flughafen um Fluglärm. Bei der 3. Piste geht es in erster Linie um Flugrouten“, erläutert der Ortschef. Er gibt zwar zu, dass ein Vergleich theoretisch möglich sei, aber dass diese beiden Themen nicht 1:1 zu sehen sind. Das Lärmgutachten will Stachelberger nicht kommentieren. „Ich kenn das Gutachten nicht und ich weiß auch nicht, wo gemessen wurde. Ich glaube man hat sich nur Fragmente rausgepickt“, erklärt er.
BI fordert Pönale - Ortschef hält das für unmöglich
Die Bürgerinitiative präsentierte bei ihrem Info-Abend auch einige Vorschläge zur Reduktion des Lärms. So fordert man unter anderem, dass die Halle gedreht wird oder Schallschutzwände aufgestellt werden. Um die Durchfahrt von Spar-Lkw beziehungsweise Zulieferern im Ort zu verhindern, spricht man sich für eine Strafzahlung, sprich Pönale, von Spar an die Gemeinde aus. Spar betont zwar, nicht durch den Ort zu fahren, richtig glauben will das die BI aber nicht.
Bürgermeister Stachelberger kann dieser Idee jedoch nichts abgewinnen und sieht dafür keinerlei rechtliche Möglichkeiten.







