SCHWECHAT / Der Gemeinderat genehmigte in seiner Sitzung vom 22.03.2010 die archäologischen Grabungen auf den Liegenschaften Wiener Straße 29 - 35. Nun wurde seitens der ausführenden Firma ein erster Zwischenbericht vorgelegt. Der archäologische Befund ist hervorragend und wissenschaftlich gesehen eine Sensation. Aufgrund der vorher nicht abschätzbaren Grabungsdimension muss die Firma Archäologie Service noch weitere drei Monate Grabungsarbeiten durchführen. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf Pauschal 105.000 Euro. Der Gemeinderat genehmigte nun die zusätzlichen Grabungen.
Die Grünen üben große Kritik. Sie bemängeln, dass durch den Nachtrag Mehrkosten von 54 Prozent entstehen. Brigitte Krenn: „Die Grünen drückten damals schon ihre Unzufriedenheit, vor allem weil die Ausschreibung nur sehr begrenzt erfolgt ist und die Firma in einem Naheverhältnis zum Bundesdenkmalamt steht.“
Die Grünen kritisieren folgende Punkte: „Das Archäologie Service ist ein eingetragener Verein mit dem Ziel, Studenten die Ausgrabungen durchführen, zu fördern. Unklar ist, ob ein derartiger Verein gewerbemäßig überhaupt tätig werden kann. Die Abrechnung erfolgt nicht über einzelne Positionen sondern pauschal, was bereits sämtliche Kosten beinhalten hätte müssen.“ Weiters: „Dieses Nachtragsangebot erhöht die Kosten pro Quadratmeter auf fast 100 Euro. Damit liegt der Preis weit über jenen von teuren Ausgrabungen im dicht besiedelten städtischen Bereichen.“ Brigitte Krenn: „Mit dieser Auftragsvergabe wird Geld hinausgeschmissen. Historisches Gut zu erhalten ist wichtig, aber auch für solche Aufträge gelten Kriterien, die eingehalten werden müssen.“ Die Grünen lehnten dieses Nachtragsangebot ab und konnten auch die FPÖ überzeugen.
Der Verein, der im Jahr 1994 gegründet wurde, hat sich die Förderung der Denkmalpflege und der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Archäologie zur Aufgabe gestellt. Er sieht sich als Schnittstelle zwischen dem Bundesdenkmalamt als zuständiger Behörde und den betroffenen Grundeigentümern und hat seit seiner Gründung bereits eine große Anzahl an großflächigen Rettungsgrabungen und Stadtkernuntersuchungen durchgeführt, erklärt Bürgermeister Hannes Fazekas. Die Ausgangslage in der Wiener Straße 29-35 war aufgrund einer Befundung des Bundesdenkmalamtes eine zu untersuchende Fläche von ungefähr 1.000m². Gleichzeitig ließen die durchgeführten Probebohrungen keine sensationellen Funde erwarten. „Im Zuge der archäologischen Befundung hat sich herausgestellt, dass höchst interessante Ergebnisse erzielt worden sind, die einen Meilenstein in der Geschichte Schwechats darstellen und dadurch eine Ausdehnung auf das gesamte Areal mit einer zu untersuchenden Fläche von 3.000m² erforderlich machten.“ Daher seien die zusätzlichen Kosten in Höhe von 105.000 Euro gerechtfertigt. „Hier herrscht ganz eindeutig Transparenz, wie die uns vorliegenden Aufzeichnungen beweisen.“ Hannes Fazekas ist verärgert: „Die Motivation der Grünen für diese Vorgangsweise ist für mich nicht erkennbar und undurchsichtig, da hier eine einfache Nachfrage bei den im Rathaus zuständigen Stellen und gewissenhaftere Recherche sofort Aufklärung gebracht hätte. Ist das der neue Stil der Grünen in Schwechat?“







