ITALIEN / Am helllichten Tag, vor über 2 Jahren, überfiel der sogenannte „Gentleman-Räuber“ die Oberbank-Filiale in der Schwechater Wienerstraße. Sofort wurde mit Hubschraubern nach dem Täter gesucht, jedoch verlief die Suche erfolglos.
Nun, 2012, erkannten italienische Carabinieri den Täter und einen späteren Komplizen anhand von Fahndungsfotos der Onlineplattform Facebook und somit klickten die Handschellen.
Bankräuber war bei seinen Überfällen stets höflich
Als Haupttäter gilt Franco V. alias L‘Auqila, (48). Ihm und seinem Partner werden insgesamt acht Banküberfälle in Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, Wien, Graz und Schwechat zur Last gelegt. Franco ist den Polizeikollegen in Italien kein Unbekannter. Bereits hier wurde er wegen vier Banküberfällen bestraft und saß wegen eines Bankraubes 14 Monate in Haft. Kaum entlassen lagen die österreichischen Banken in seinem Visier.
Trotz seiner Raubzüge wurde er von den Augenzeugen stets als unmaskiert und höflich beschrieben. So bekam er seinen Namen „Gentleman-Räuber.“ Sein Komplize, Orlando M. (50) aus dem gleichen Ort, ist ebenfalls schon länger der Polizei bekannt. Er begleitete Franco V. bei zwei Überfällen im August 2011 (Wien) und Oktober 2011 (Graz). Da die Maskierung fehlte, konnten die Überwachungskameras zahlreiche verwertbare Fotos für die Fahndung schießen.
„Er setzte sich nach jedem Überfall in seine Heimat ab. Er fühlte sich so sicher, dass er bei seinen Taten nie eine Maske benutzte“, wird Oberstleutnant Erwin Strametz in der Kleinen Zeitung zitiert. Die Verdächtigen kehrten wieder nach Italien zurück, doch die steirischen Beamten ließ der Überfall keine Ruhe und es gab eine internationale Fahndung, wobei auch die italienischen Kollegen die Fahndungsfotos zu Gesicht bekamen.
Die Carabineri observierten die zwei Verdächtigen und kurzerhand wurden beide verhaftet. Bei Franco V. wurden nicht nur 14.000 Euro Bargeld sichergestellt, sondern auch verräterische Kleidungsstücke. Desweiteren konnte bei der ausgeraubten Bank in Innsbruck ein Fingerabdruck sichergestellt werden, der eindeutig ihm zuzuordnen war. Er sitzt bereits in Venedig in Haft, ist aber nicht geständig.
Sein Komplize Orlando O. hat bereits gestanden: Man habe in Österreich Banken überfallen, weil sie nicht so gut gesichert seien, wie die italienischen.







