SCHWECHAT / Vergangene Woche wurde es also klar: Die viel diskutierte modulare Oberstufe ist beschlossene Sache – ebenso wie die Regelung, dass Schüler mit zwei Fünfern aufsteigen können. Die negativen Fächer müssen sie in einem Kurssystem bis zur Matura nachholen. Für Richard Dech, den Direktor der einzigen Oberstufenschule des Bezirks, stellt der Beschluss ein großes Problem für Schüler dar: „Man tut dem Schüler hierbei nichts Gutes. Es stellt sich eine doppelte Belastung heraus.“ Ab sofort werde jedes Semester als eigenständiges Modul – ähnlich dem System auf der Universität – betrachtet: Die Schulnachricht vor den Semesterferien wird dadurch zum „echten“ Zeugnis. „Da das Semester eine Zäsur darstellt, muss nun intensiver geprüft werden – statt zu unterrichten.“
Schüler könnten Module vor sich herschiebenDas Aufsteigen mit zwei Fünfern sei, so Dech, für Schüler nur eine Falle, da es fälschlicherweise beruhigt: „Für viele mag es als Sicherheit gelten, das Jahr trotzdem absolvieren zu können. Aber man rutscht dabei ins Modulsystem, wodurch man sich die Noten irgendwann ausbessern muss.“ Dies würde ohnehin schon schwache Schüler dazu verleiten, das Nachholen hinauszuschieben, da es erst zur Matura absolviert sein muss. „Man gerät dabei leicht in Schwierigkeiten, seine Pflichten nachzuholen.“Lehrplan wird durch dasneue System eingeschränktDa der Unterricht nun gezielt auf das Semester ausgerichtet ist, müssen Kapitel rechtzeitig beendet werden, um eine adäquate Benotung möglich zu machen. Das schränkt den Lehrplan stark ein, da der Stoff eventuell auch verkürzt werden muss. Zusätzlich muss auch das Prüfungssystem verändert werden, da die Semester- und die Jahresnote eigenständig sind.Auch organisatorische Faktoren spielen eine wichtige Rolle: „Die Verwaltung der einzelnen Module wird zur Herausforderung.“ So werden die Kurse höchstwahrscheinlich am Nachmittag abgehalten werden, was wieder Probleme für den Stundenplan und die Einteilung der Klassen geben könnte. „Wir verzetteln uns in organisatorischen Aufgaben und Prüfungen“, schließt Dech. „Wir tun dem Schüler keinen Gefallen.“ZUM THEMADas neue Gesetz sieht vor, dass ab sofort das Aufsteigen mit zwei Nicht-Genügend möglich ist. Ab drei „Fleck“ steht ein Lehrerbeschluss für die Entscheidung ein, ab vier negativen Noten muss die Klasse wie gewohnt wiederholt werden. Die mit Fünfern aufgestiegenen Schülern müssen die negativen Fächern in einem art modularen Kurssystem neben dem herkömmlichen Unterricht bis zur Matura wiederholen und positiv abschließen.

