SCHWADORF / Anlässlich eines Besuchs von VP-Landesrat Karl Wilfing berichtete die Europaschule Schwadorf von ihrer Umstellung auf das Modell der Niederösterreichischen Mittelschule.
„Wir haben schon vor zwei Jahren mit einem Schulversuch gestartet, während dem wir das Teamteaching eingeführt und die Leistungsgruppen abgeschafft haben, wie es im Plan der NMS vorgesehen ist“, berichtet Direktorin Gerlinde Stadler. Man setze bei den Schülern auf Heterogenität und Interessensförderung: „Wir bieten den Europäischen Computerführerschein ebenso an wie das Cambridge Certificate.“ Wichtig sei dabei ein individueller Umgang mit den Schülern, da man sich nicht von 0 auf 1 entwickeln könne.
„Hauptschulen im Bezirk Minderheitenschulen“„Von niederösterreichweit 260 Hauptschulen sind bereits 78 Mittelschule, nächstes Jahr kommen 73 weitere hinzu. Bis Schuljahr 2014/15 sollen alle umgestellt sein“, so Wilfing. Die Umstellung sei je nach Schule unterschiedlich dringend. „Im Raum Schwechat sind Hauptschulen Minderheiten, da alle in die AHS möchten. Wir wollen das Gymnasium nicht abschaffen, nur die Hauptschule ausbauen.“ Niederösterreich solle sich dabei gemeinsam mit modernen pädagogischen Konzepten weiterentwickeln. „Unsere Schwerpunkte sind dabei eine Berufsorientierung, sodass Schüler ihren Weg schon in der 6. Schulstufe finden.“Interessen müssen gefördertwerden – durch VernetzungEin wichtiger Punkt seien die Kind-Eltern-Lehrer-Gespräche, so Wilfing – Gespräche, die auch in Schwadorf schon stattgefunden haben, wie Direktorin Stadler berichtet: „Die Eltern waren begeistert, weil sie ihr Kind von einer ganz anderen Seite kennengelernt haben.“ Weiters geht Stadler darauf ein, dass Vernetzung mit Höheren Schulen oder Lehrbetrieben immer wichtiger wird: „Im Alter von zehn bis 14 Jahren sollen Interessen gefördert werden. Daher müssen Kinder lernen, was man im Leben braucht.“ Außerdem stellt Stadler die Schulschwerpunkte vor: „Wir konzentrieren uns auf Europa, was auch in unserem Sprachprogramm ersichtlich ist – wir bieten Französisch, Italienisch und Ungarisch an.“ Auch Sport sei ein wichtiger Punkt, denn, so Stadler: „Abwechslung ist wichtig.“„Alle Schulen sind in ihrer Umstellung motiviert“, berichtet Wilfing abschließend aus seinem Erfahrungsschatz. „Die Umstellung funktioniert wirklich, es ist nicht nur ein Türschildertausch.“

