VON CLAUS STUMPFER
Nachdem das erste Saisonhighlight, die Wagen-Europameisterschaft in Slowenien, für Christoph Rotter nur den vierten Rang brachte, hat der Neidlinger Musher mit dem Zweierschlittengespann schon beim ersten Rennen auf Schnee Anfang Jänner wieder seine außerordentlichen Fähigkeiten unter Beweis gestellt.
In Werfenweng in Salzburg hielt er am ersten Wertungstag seine Konkurrenten auf Distanz und holte mit 14 Sekunden Vorsprung auf einer Strecke von acht Kilometern den Tagessieg. Doch obwohl er auch am zweiten Tag der schnellste Mann auf der Strecke war, musste er auf seinen ersten Saisongesamtsieg dennoch weiter warten. „Der Schneefall war so stark, dass ich leider die Abzweigung auf der Strecke verpasst habe und kurz darauf wenden musste“, ärgerte er sich über das Missgeschick, das ihm den Gesamtsieg um lächerliche vier Sekunden gekostet hat.
Eine Woche später hielt er sich aber beim Rennen in Weissensee (Kärnten) schadlos. Am Programm stand der Erste von drei Läufen zum Alpencup. „Dieses Rennwochenende lief alles nach Plan, die Hunde haben an den beiden Wertungstagen alles gegeben und das hat dann auch zum Sieg gereicht“, freute sich Rotter, für den der Alpencup einer der wenigen Titel ist, der ihm in seiner Sammlung noch fehlt. „Zumindest seit mir der Weltmeistertitel zugesprochen wurde“, überrascht uns der 25-jährige Vollblutathlet.
Nachträglich noch zum Weltmeister ernannt
Rotter war letztes Jahr im slowakischen Donovaly zum Vize-Weltmeister gekürt worden (die NÖN berichtete). „Aber mein schärfster Konkurrent wurde nachträglich disqualifiziert und somit mir der Titel zugesprochen“, erzählt Rotter, der diese Entwicklung deshalb nicht auf die große Glocke hing, weil er sich weiterhin als Vizeweltmeister fühlt.
„Ich war bei der WM nur Zweitschnellster, ein Pole war schneller, und er wurde deshalb disqualifiziert, weil er auch bei einem Rennen eines anderen Verband gestartet ist“, war die Rotter-Familie selbst schon vor drei Jahren Opfer dieses Statuts des Weltverbandes. Damals wurde Markus Rotter für zwei Jahre gesperrt. Ein drakonisches Urteil, das letztlich sogar die Karriere des Bruders von Christoph Rotter beendet hat. Der coacht und unterstützt den jüngeren Bruder seither nach Kräften und wünscht diesem auch den Sieg des Alpencups.
Doch glaubt Markus, dass die Bestätigung des WM-Titels das eigentliche Ziel von Christoph ist. „Es mag nett sein, am Papier Weltmeister zu sein, aber auf der Strecke liegt die Wahrheit“, sieht er seinen Bruder auf einem guten Weg. Dass es dann bei WM und EM tatsächlich für Medaillen reichen wird, will er zwar nicht versprechen, aber eine Prognose wagt er doch: „Laut Trainingsplan liegen wir voll auf Kurs!“







