VON D. FIRMKRANZ, M. KNÖPFL,
H. URBANITSCH UND T. PEISCHL
TULLN / Philosophie, Ethik, Wissenschaft und Wirtschaft standen im Mittelpunkt des 2. Tullner Zukunftsforums, das von Landeshauptmannstellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka eröffnet wurde. Die Veranstaltung, organisiert von der HAK/HAS Tulln unter der Führung von Mag. Brigitta Fischer und Mag. Karin Rinderhofer von der Stadtgemeinde Tulln begeisterte rund 600 Gäste.
„Wie schon im Vorjahr haben die Vorträge vielen Menschen wertvolle und vielfältige Impulse für ihr weiteres Leben gegeben und zum Nachdenken angeregt“, zieht Initiator Bürgermeister und HAK-Direktor Mag. Peter Eisenschenk Bilanz.
„Der Nachteil der Zukunft ist, sie kann nicht ewig Zukunft bleiben. Einzig, dass wir sterben, ist die sicherste Gewissheit der Zukunft“, so die Erkenntnis von Dr. Konrad Paul Liessmann, der über Erwartungen, Hoffnungen und Ängste sprach. Und die Erkenntnis aus diesen Überlegungen? Der unglücklichste Mensch ist, wer entweder nur in der Vergangenheit oder nur in der Zukunft lebt, jedoch nicht in der Gegenwart.
Rund 200 Bücher hat Pater Dr. Anselm Grün geschrieben. Der meistgelesene christliche Autor der Gegenwart stand als zweiter Vortragender auf dem Programm.
Er erläuterte die klassischen philosophischen und christlichen Werte und deren Bedeutung für Gesundheit und Glück. Bezüglich Zukunftsgestaltung plädierte er, für „gute Bilder“ zu sorgen.
Mit dem Höhlengleichnis des Philosophen Platon eröffnete die Wissenschafterin des Jahres 2002 und Autorin des Wissenschaftsbuches 2011, Molekularbiologin Dr. Renée Schroeder ihre Ausführungen. Als Genetikerin ist sie überzeugt, dass wir ein Produkt unserer Vergangenheit sind („Jede Zelle enthält die Information, die über Jahrtausende entstanden ist“). Die entscheidende Frage „Was wollen wir?“ würden sich allerdings nur die wenigsten Menschen stellen. Schroeder tritt außerdem dafür ein, nicht ständig alles quantifizieren zu müssen, und stattdessen nach mehr Qualität zu streben.
Die Bevölkerungsökonomin, die sich selbst als radikale Optimistin bezeichnet, konnte mit einer erfreulichen „Key-Message“ aufwarten. „Wir werden nicht nur älter, sondern gesünder älter, 40 ist das neue 30.“
Die Bevölkerung altert zwar, aber sie schrumpft nicht. „Wir müssen Arbeitswelt, Bildungssystem und die Altersvorsorge neu strukturieren. Dazu gehört die Integration älterer Menschen in Gesellschaft und Arbeitswelt“, so Fürnkranz-Prskawetz.
Die Vorbereitungen für das 3. Tullner Zukunftsforum von HAK/HAS und Stadtgemeinde Ende Jänner 2013 laufen bereits.
„Schon jemand, der so viele Bücher gelesen hat, wie diese beiden geschrieben haben, gilt als gebildeter Mensch.“ Moderator Robert Ziegler weiß, was die Vortragenden Prof. Konrad Paul Liessmann und Pater Anselm Grün gemeinsam haben.„Es gibt ja sogar eine Partei, die sich als Bündnis für die Zukunft dieses Landes zusammengeschlossen hat - als ob die Gegenwart vernachlässigbar wäre.“ Konrad Paul Liessmann„Die Zukunft ist auch eine unendlich große Müllentsorgungsanlage für alle Probleme, die ich heute nicht lösen kann oder will.“ Derselbe„Böse Historiker haben einmal nachgerechnet, dass die Trefferquote des Orakels von Delphi höher war als die heutiger Wirtschaftsforscher.“ Derselbe
„Auch für das Ende dieses Jahres wurde wieder der Weltuntergang prophezeit - und sie sitzen alle sehr entspannt da.“ Derselbe„Die Schulden sind etwas, das mich überdauern wird… die werden noch an uns denken.“ Derselbe„Viele Chancen haben wir nicht genützt. Kognitive Fähigkeiten wie Bildung und Gesundheit müssen neu strukturiert werden." Alexia Fürnkranz-Prskawetz
„Werte sind Kraftquellen, aus denen man schöpfen kann. Sie schützen die Würde des Menschen.“ Pater Anselm Grün„Es gibt kein Leben ohne Verletzungen.“ Derselbe„Geiz ist geil? Ich gehe in dieses Geschäft nicht hinein, weil mich diese Werbung so abstößt.“ Renée Schröder„Wir fressen uns zu Tode! Die Lebensmittelindustrie will ja, dass wir immer mehr konsumieren. Geschmacksverstärker verhindern, dass wir satt werden.“ Dieselbe„Wo sind die visionären, konstruktiven Optimisten, die Ideen haben, wie wir unsere Zukunft gestalten?“ Dieselbe„Wir werden nicht nur älter, sondern gesünder älter und leben pro Tag sechs Stunden länger.“ Alexia Fürnkranz-Prskawetz„Die eigentliche Gefahr stellt nicht der demografische Wandel sondern die demografische Ignoranz dar.“ Dieselbe„Wir müssen weg kommen vom chronologischen Alter - hin zum prospektiven Alter. 40 ist das neue 30!“ Dieselbe








