VON WOLFGANG STRITZL
Das Jahr 2012 hätte für Markus Hameter nicht besser beginnen können. Seit Jänner gehört der Tullner zum elitären Kreis der FIFA-Schiedsrichter. Deren sieben nominiert der ÖFB jedes Jahr. Hameter profitierte vom Ausscheiden von Thomas Einwaller, der sich aus privaten Gründen zurückgezogen hat.
Vom Karriereende Einwallers profitiert
Einwaller hatte das beste Alter und beste Zensuren, pfiff bei den Olympischen Spielen in Peking (leitete die Bronzemedaillenpartie zwischen Brasilien und Belgien), war im erweiterten Kreis der WM-Kandidaten für Südafrika. Im November die überraschende Nachricht seines Karriereendes: „Ich höre auf, weil ich hohe Ansprüche an mich stelle. Und nicht wegen des Drucks. Ich will und kann den Aufwand nicht mehr betreiben.“
Ob Schiris besonders Burn-Out-gefährdet sind? Hameter: „Um das zu beurteilen, kenne ich das Krankheitsbild zu wenig. Dem Druck, dem man sich als Schiedsrichter im Spitzensport aussetzt, ist aber schon immens. Man muss sich Regenerationszeiten gönnen und gewissenhaft gegensteuern.“
Der Aufstieg zu Österreichs internationalen Schiedsrichtern kam für Hameter selbst „überraschend“. „Natürlich habe ich darauf hin gearbeitet, aber gewusst, dass es schwierig wird. Vor allem deshalb, weil mich in den letzten Jahren zwei Verletzungsunterbrechungen zurück geworfen haben.“ Im Sommer 2009 erkrankte er an Pfeiffer’schem Drüsenfieber (drei Monate Pause), im Oktober 2010 laborierte der 31-Jährige an einer Wirbelverletzung.
Jetzt ist Markus Hameter FIFA-Referee. Als Neuling der „kleinen“ Fußball-Nation Österreich steigt der Tullner in der untersten Kategorie (von insgesamt fünf Kategorien) ein. Hameter ist berechtigt, U-17- bis U-21-Länderspiele bzw. Partien in der Euro-League-Vorrunde zu leiten. Wahrscheinlich ist im Frühjahr ein Einsatz bei einem U-17- bis U-20-Wochenturnier (zwei Mal als Schiri, ein Mal als vierter Mann).
Mit guten Beurteilungen besteht die Chance, sich in den Kategorien der UEFA-Schiri-Kommission hochzudienen. „Die Entwicklungsschritte laufen normalerweise über Jahre.“
Trainingslager in der Türkei verlängert
Am Samstag fliegt Hameter in die Türkei - zum Trainingslager der ÖFB-Bundesliga-1- und -2-Schiedsrichter. Jetzt, da er FIFA-Schiri ist, bleibt er eine Woche länger als geplant. Denn im Anschluss, von Sonntag bis Freitag, steigt das UEFA-Trainingslager in Antalya, zu dem alle FIFA-Newcomer und Schiris aus den Kategorien Elite-Development und Elite geladen sind. Drei Österreicher sind dabei, neben Hameter Österreichs Top-Mann Robert Schörgenhofer und Neuling Alexander Harkam.






