VON MATHIAS SCHRANZ
WIENER NEUSTADT / Die Initiative „Hauptplatz der Bürger“ rund um Wirtschaftsbund-Obmann Bernhard Baumegger hat eine Diskussion rund um den Stadtkern entfacht. Die Initiative will ja den Busbahnhof und die Taxis vom Hauptplatz verbannen, damit auch dieser Teil wieder an Attraktivität gewinnt. Unterstützung gibt es unter anderem von Kaffeehaus-Besitzer Gernot Bernhart und Erste Bank Filialleiter Bernd Solga. Busse und Taxis wirken wie eine Sperrline am Hauptplatz, so der Tenor. „Das Geschäft geht seit Jahren schlechter“, sagt etwa der Gastronom, „wir erhalten viele Beschwerden über Busse und Taxis von unseren Kunden“, meint Solga. Am Mittwoch wurde das Thema Hauptplatz auf breiter Basis diskutiert – dabei wurden viele Probleme angesprochen: Vandalenakte, schlechte Beleuchtung und Sitzmöglichkeiten, die vielen kaputten Pflastersteine. Hauptkritikpunkt war vor allem aber der Verkehr am Hauptplatz. „Die Lösung derzeit ist nicht Fisch und nicht Fleisch“, kritisiert Rechtsanwalt Mag. Christian Kühteubl vom Wirtschaftsbund.
Bushaltestelle auf die Grazer Straße verlegen
Obmann Baumegger spricht sich ja für einen autofreien Hauptplatz aus: Die Bushaltestelle solle auf die Grazer Straße verlegt werden, der Busbahnhof zur Polizeidirektion in der Neunkirchner Straße. „Das würde die Fußgängerzone beleben, also zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Dazu wurde bei der Diskussion vorgeschlagen, die tatsächlichen Fahrgastzahlen der Busse des Hauptplatzes zu erheben. Auch die (viel zu vielen) Taxis sollen weichen, Gernot Bernhart schlug dafür etwa die Adlergasse als neuen Standort vor.
Für Autos am Hauptplatz ist nach wie vor ÖVP-Vizebürgermeister Dr. Christian Stocker, allerdings betont er: „Alles gehört besser organisiert.“ Und er meinte auch: „Bei allen Veränderungen am Hauptplatz muss man auch die Auswirkungen auf die Fußgängerzonen beachten.“ Derzeit sei der besagte Teil des Hauptplatzes benachteiligt, dazu gäbe es generell viele Dinge, die man am Hauptplatz verbessern könne.
SPÖ Wirtschaftsstadträtin Ingrid Winkler ist mit dem Hauptplatz grundsätzlich nicht unzufrieden: „Es gibt ein sehr breites Angebot, allerdings wird beispielsweise der autofreie Hauptplatz nicht so gelebt wie gedacht.“ Für einen autofreien Hauptplatz ist auch die Fahrradinitiative DINAMo, allerdings meinte Obmann Karl Zauner: „Ob die Busse-Verlegung die Lösung des Hauptplatz-Problems bringt, ist zweifelhaft.“
Bürger sollen Vorschläge einbringen können
Weiter verfolgen will die Initiative eine Idee von Rechtsanwalt Kühteubl: Er schlug eine Art Ideenwettbewerb auf der Homepage der Stadtgemeinde vor, wo jeder Bürger Vorstellungen und Kritik deponieren könne, etwa in Form eines Blogs. Das Ganze müsse natürlich moderiert und ausgewertet werden. Stadträtin Winkler sagte zu, alle Vorschläge Bürgermeister Müller zu unterbreiten. Sie erntete für das geplante Container-Klo am Hauptplatz (es wurde von der SPÖ in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen) übrigens viel Kritik. Für Unternehmervereins-Obmann-Stellvertreter Willi Kornfeld ist die unansehnliche Container-Lösung etwa „ein Schlag ins Gesicht“, außerdem fürchtet er: „So wie es am Wochenende zugeht, ist das Klo nach zwei Monaten devastiert.“ Bezweifelt wird seitens der Unternehmer auch, dass betrunkene „Wildpinkler“ das Angebot annehmen würden, dazu fürchtet man Probleme mit Drogensüchtigen.
Hauptplatz: Neue Konzepte gefordert

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