VON JOSEF KLEINRATH
WIENER NEUSTADT / Diese Sache ist offenbar noch nicht ausgestanden. Die neue Verkehrslösung rund um den Zehnergürtel, die der Fischapark im Zuge seines Ausbaus mitfinanzieren muss. Wie berichtet, wurde nun überraschend eine Ampelkette von vier Ampeln (Zehnergasse bis Fischauergasse) als Verkehrslösung vorgeschrieben, die beiden Kreisverkehre Zehnergasse und Fischauergasse kommen weg. Und das, obwohl noch bei der Bau- und Gewerberechtsverhandlung im Oktober großartige Ansichten der Verkehrslösung mit den Bypässen bei den Kreisverkehren präsentiert worden waren. Von so vielen Ampeln war damals keine Rede.
Für Wolfgang Haberler „das vorprogrammierte Chaos, wir machen einen Rückschritt in die 60-er Jahre“. Er fordert, dass ein Landesverkehrssachverständiger kommt, der etwa bei Wöllersdorf geschafft habe, dass es dort zu keinen Staus mehr komme. ÖVP-Stadtrat Franz Dinhobl, der selbst ganz in der Nähe wohnt, stellt klar: „Die Ampelkette findet nicht die Zustimmung der Volkspartei.“ Er fürchte massive negative Auswirkungen des Verkehrs für die Anrainer.
SPÖ-Stadtrat Horst Karas fordert Informationen ein
Und selbst von der SPÖ kommen kritische Stimmen: Stadtrat Horst Karas, er ist für diesen Bereich als Sektionsobmann zuständig, hat bereits eine Bürgerversammlung zum Thema Verkehrslösung rund um den Fischapark eingeladen. Diese soll am 9. März, um 18.30 Uhr, in der Sporthauptschule über die Bühne gehen. Eingeladen werden der Fischapark sowie alle Anrainer am Zehnergürtel, in der Fischabachsiedlung und am Ane monensee. Karas rechnet damit, dass sich dieser Termin wie ein Lauffeuer in der Gegend herumsprechen werde, jeder, der sich für dieses Thema interessiere, sei willkommen.
Warum er das macht? „Wir wollen den Fischapark-Ausbau keineswegs verhindern, aber bei den letzten Terminen wurde vieles gezeigt, was jetzt anders kommt. Ich will über diese Verkehrslösung nochmals reden. So, wie es jetzt präsentiert worden ist, wurde das den Leuten nicht kommuniziert.“
Verkehrsexperte erklärt die neue Ampel-Lösung
DI Kurt Fallast erklärt im NÖN-Gespräch, warum es seit der Verhandlung im Oktober, wo er noch die ausgebauten Kreisverkehre als Ideallösung präsentiert hatte, zu Veränderungen gekommen sei. Eine Zeitlang seien ausgebaute Kreisverkehre noch in der Lage, den steigenden Verkehr zu bewältigen. Weil allerdings durch die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Bereich sowie durch den von der Stadt stark forcierten Wohnbau dort ein immer weiter steigendes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei, könnten die Kreisverkehre in einigen Jahren ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Dann wären wieder Ampeln die bessere Lösung. „Deshalb wird der Zwischenschritt, die bestehenden Kreisverkehre auszubauen, ausgelassen, weil die Stadt sonst in ein paar Jahren die nun vorgeschriebene Lösung mit der Ampelkette sowieso bauen müsste.“ Und jetzt würde eben der Fischapark an der zukunftsträchtigeren Lösung mitzahlen.
Dass es fürs Erste vor allem in der Nacht verkehrstechnisch betrachtet nicht so ideal sei, räumte Fallast ein. Was die Bauzeiten betrifft, ist die Abwicklung noch nicht fixiert. Da werden verschiedene Varianten geprüft - auch eine ganze Sperre, um die Bauarbeiten rasch umsetzen zu können.






