VON JOSEF KLEINRATH
WIENER NEUSTADT / Ein großartiger Jägerball ging am Freitag im so prachtvollen Sparkassensaal über die Bühne. In jenem Sparkassensaal, über den seit etwas mehr als einem Jahr ein Damoklesschwert hängt. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben hatte die Wiener Neustädter Sparkasse geplant, die maximale Besucheranzahl für Veranstaltungen mit 800 Personen zu limitieren. Was durch die Übernahme des Saales durch die Arena Nova abgewendet wurde - so sind derzeit noch 1.200 Gäste zugelassen. Sparkassenintern wird derzeit intensiv mit dem renommierten Institut für Brandschutz und mit dem Wiener Neustädter Architekten DI Gottfried Markom an einem Konzept zur Erfüllung aller Auflagen für einen ordnungsgemäßen Betrieb des so bedeutenden Saales gearbeitet.
Fast alle Bausteine für Entscheidung am Tisch
S-Real-Geschäftsführer Wolfgang Weibl erklärt: „In sehr konstruktiven Gesprächen mit den Behörden bemühen wir uns um gute Lösungen, haben fast alle Bausteine zusammen.“ Und dabei gehe es lange nicht mehr nur um behördliche Vorgaben. Im Gebäude sind Themen wie Heizung, Fußböden, die Damentoiletten (wie am Jägerball wieder eindeutig zu sehen war) virulent. Deshalb soll der Sparkassenrat Ende März die Entscheidung treffen, welche der Maßnahmen gesetzt werden sollen. Vorbereitet ist man auf alle Varianten. Weibl: „Der Saal ist auf jeden Fall ab Anfang Mai bis Ende November geschlossen, wir haben keine Veranstaltungen angenommen, unsere eigene Kundenveranstaltung vom September auf März vorverlegt, um in dieser Zeit Sanierungsmaßnahmen setzen zu können.“
Auch die Ballveranstaltungen des kommenden Faschings wurden nur mit Vorbehalt angenommen. Die Sparkasse habe sich so die Möglichkeit offen gelassen, eine große Sanierungsvariante umsetzen zu können, bei der der Saal auch für eine längere Zeit samt ein, zwei Ballsaisonen nicht zur Verfügung stehen könnte. Wobei für die Sparkasse eines klar ist, wie Weibl unmissverständlich klarlegt: „Ziel unserer Bemühungen ist es, den Sparkassensaal als jenes Kulturgut, das er darstellt, für die Bevölkerung erhalten zu können.“ Dafür hat die Wiener Neustädter Sparkasse bisher schon rund 100.000 Euro Vorlaufkosten aufgebracht. Und in den besten Jahren hat der Betrieb dieses Saales der Sparkasse „nur“ 20.000 Euro Abgang beschert.
Fix: Sparkassensaal wird kein Geschäftslokal
Eines ist jedenfalls schon wieder ganz vom Tisch: Die im Rahmen des Quartiersmanagement Neunkirchnerstraße aufgetauchte Idee, den Sparkassensaal, in welcher Form auch immer, als Geschäftslokal zu nutzen.
Wolfgang Weibl, S-Real Geschäftsführer, erarbeitet die Entscheidungsgrundlagen für den Sparkassenrat, um über die Zukunft des Sparkassensaals zu entscheiden: BALDAUF






