Das Vorurteil ist vielleicht so alt wie der Fußball selbst – jedenfalls ist es robust: der Kicker als eher dumpfer Zeitgenosse.
Egal, wie komplex der Sport bei genauerer Betrachtung sein kann. Egal, dass die Spieler auf dem Platz ständig eine ungeheure Vielzahl von Variablen berücksichtigen müssen – Untersuchungen zufolge mehr als in jeder anderen Sportart. Bestenfalls gestehen viele den Fußballern eine spezifische Intelligenz zu. Jedes verunglückte Fernsehinterview dient als Beweis für angebliche geistige Trägheit, gesammelte Stilblüten der Kicker sorgen im Netz und in Buchform für Schenkelklopfer.
Für den Sportpsychologen Walter Oberlechner hingegen ist Intelligenz unbedingte Voraussetzung für guten Fußball. Er sieht es als seine Aufgabe, den Spielern eine bisher vielleicht unbekannte Welt zu öffnen, brachliegende Potenziale zu heben. Schließlich soll sich die geistige Weiterentwicklung des einzelnen Spielers positiv auf die Mannschaft auswirken – auf dem Platz und daneben.
Peter Stöger hat mit Oberlechner schon an seiner Trainer-Diplomarbeit gearbeitet. Er ist nicht der einzige Trainer, der sich mit mentalen Fragen im Fußball intensiv auseinandersetzt – auch eine Möglichkeit, das Vorurteil zu widerlegen.
p.gruber@noen.at







