VON PETER GRUBER
Rührig ist ein Hilfsausdruck – Peter Peninger war beinahe omnipräsent. Er besuchte Jugendspiele, schüttelte bei den Amateur-Partien den Spielern – und den wenigen Zuschauern – die Hände, besuchte die Profis regelmäßig im Trainingszentrum in Steinbrunn. Die Kooperation mit Hannover 96 war sein Projekt, sogar bis nach China streckte er seine Fühler aus. Immer auf der Suche nach Spielern für den SC – oder nach Geldquellen.
SC Wiener Neustadt fällt um Teil der Sponsorsumme um
Die Insolvenz seines Pipeline-Unternehmens (siehe Seite 7) sorgt nun auch beim SC Wiener Neustadt für Erschütterung. Seit 2009 ist Peninger Sponsor: 100.000 Euro jährlich soll der SC bekommen haben. Seit dem Abschied von Frank Stronach sitzt er als geschäftsführender Vizepräsident auch im Vorstand.
SC-Präsident Manfred Rottensteiner erreichte die Nachricht von Peningers Pleite auf einer Tagung in Graz. Er zeigt sich tief betroffen – aber aus Mitgefühl, nicht aus Sorge um seinen Verein: „Es tut mir sehr leid, dass er Insolvenz anmelden musste. Aber Unternehmen und Verein sind völlig unterschiedliche Bereiche.“ Die Sponsorsumme für die aktuelle Saison wurde zwar noch nicht voll ausbezahlt, den Ausfall werde der Verein aber bewältigen.
„Es ist seine Sache, ob er zurücktritt“
Peningers Funktion im Verein steht für Rottensteiner derzeit nicht zur Diskussion: „Er ist ehrenamtlich tätig. Es wird von meiner Seite sicher keinen Druck auf ihn geben, dass er sein Amt zur Verfügung stellt. Es ist seine Sache, ob er zurücktritt.“ Gerüchten zufolge soll Peninger das aber schon im Dezember, als sich die Insolvenz abzuzeichnen begann, überlegt haben. Im Falle seines – sehr wahrscheinlichen – Rücktritts bräuchte der SC einen Nachfolger.
Steht jetzt die Kooperation mit Hannover in Frage?
Peningers liebstes Kind war die Kooperation mit Hannover 96. Maßgeblich hat er sie mitgestaltet. Mit seiner oft wiederholten Forderung nach einer Vertiefung machte er sich beim SC nicht nur Freunde. Zu der dürfte es nun wohl auch nicht mehr kommen. Für Rottensteiner ist die Kooperation zwar unabhängig von der Personalie Peninger, aber „der Vertrag läuft ohnehin nur bis zum Sommer. Dann werden wir weiter sehen.“ Bedingungslose Zustimmung zum Projekt sieht anders aus …
Priorität hat für den Präsidenten die Sponsorensuche. „Wir sind ständig in Gesprächen“, so Rottensteiner. Auch mit potenziellen Großsponsoren soll – wieder einmal – verhandelt werden.






