VON CLAUDIA STÖCKLÖCKER
WIENERWALD / Germanische Religion gefällt ihm, „cool“ findet er ein Bild von einem Hitlerjungen mit Hakenkreuz und T-Shirts mit der Aufschrift „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“. Das Verbrechen nach dem Verbotsgesetz wird einem 32-Jährigen vorgeworfen. Ein bis zehn Jahre Strafe drohen. Brauner Sumpf? Nein! Davor habe er Abscheu, sagt er und leugnet.
Rechte Postings und Abbildungen auf Facebook
2010 eröffnete der Monteur aus dem Wienerwald auf Facebook einen Account, postete dort, so Ankläger Mag. Patrick Hinterleitner im Prozess am Landesgericht St. Pölten, rechtes Gedankengut und gründete die Gruppe „Nationaler Widerstand.“ Warum? „Das hat keinen Hintergrund“, erklärt der 32-Jährige. „Das hab’ ich g’macht, und zehn Minuten später war’s mir auch schon wieder wurscht. Ich hab’ gesehen, da gibt’s Leiberl, da steht das drauf. Das hat mir gefallen. Ich wollt’ schauen, wie viele Leute dazugehen.“ Welche? „Keine Ahnung.“
Gepostet hat der 32-Jährige: „Es ist Zeit, Farbe zu bekennen.“ Welche? Schweigen. Und was er mit „Unsere Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten“ meint? Achselzucken. Sein Anwalt erklärt’s: „Er meint den demokratischen Fortschritt.“
„Richtige Helden und g’rschöpfte Österreicher“
Für den Nationalsozialismus interessiere sich der 32-Jährige nicht. Aber für den Zweiten Weltkrieg. Sein Urgroßvater wäre damals in Russland gewesen. Die Oma habe ihm davon oft erzählt. „Das waren richtige Helden“, sagt er. Politisch aktiv sei er nicht. „Ich wähle“, sagt er. FPÖ stand bei seiner politischen Gesinnung im sozialen Netzwerk. „I bin Österreicher. Und mir ist des net wurscht, wenn da alle reinkommen, die nix zahlen, sich nur Papiere holen und holladaro.“ Schließlich müsse man was tun, „damit die Leute die für Österreich sind, nicht immer mehr g’schröpft werden“, meint er.
Psychotest im Internet: „How Nazi are you?“
W.O.T.A.N. stand auf Facebook bei der religiösen Gesinnung. „Das ist ein Gott.“ Bedeutet aber auch etwas anderes. „Will of the aryan nation“ – „Wille der arischen Nation“, weiß der Staatsanwalt. Auch Pychotests, wie: „Welche verstorbene Seele wohnt in dir?“, bot der 32-Jährige an. Den Test hat er selbst gemacht. Ergebnis: Adolf Hitler. „Bin enttäuscht“, schrieb er übers Resultat von „How Nazi are you?“ Mit nur 99 Prozent verpasste er knapp den Höchstwert. „Eigentlich sollten es hundert sein“, teilte er Freunden mit.
Auto des Angeklagten zierten Nazisymbole
Die „Schwarze Sonne“, ein verdecktes SS-Symbol, hat er auf die Hand tätowiert, bis vor zwei Monaten trug er noch Glatze. Mit Skinheads habe er aber nichts am Hut. „Des san alles Heisln! De braucht keiner.“ Sein Auto zierte er mit Symbolen. Ein Hakenkreuzorden baumelte am Rückspiegel, am Heck prangten 14/88, der Glaubenssatz weißer Neonazis und Rassisten und das Kürzel für Heil Hitler, ein „Kraft durch Freude“-Aufkleber und ein Keltenkreuz. Warum das Kreuz? „Weil es leicht auszuschneiden war.“ Dass die Pickerl nicht strafbar, „sondern nur hart an der Grenze“ seien, habe ihm ein Polizist gesagt. Der Exekutivbeamte soll befragt werden. Der Prozess wurde vertagt.







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