VON STEFAN HACKL
WAIDHOFEN, YBBSTAL / Hochwasser-Alarm mitten im Winter: Durch die kräftigen Regenfälle in der Vorwoche stieg der Pegel der Ybbs für diese Jahreszeit ungewöhnlich an.
Erwischt hat es dabei auch die Kraftwerksbaustelle Winterwehr in Waidhofen. Sie stand am vergangenen Donnerstag völlig unter Wasser.
Dr. Johannes Kühhas, Geschäftsführer der Energiegesellschaft Waidhofen (EGW), einer 100-Prozent-Tochter der Stadt, gab tagsdarauf allerdings Entwarnung. „Es schaut schlimmer aus, als es ist“, sagte Kühhas. 24 Stunden vor den kräftigen Regenschüben hatte man noch eine große Bodenplatte fertig betoniert: „Da hatten wir Glück.“
Zudem befand sich kein teures Material im Gefahrenbereich. Lediglich Pumpen habe es getroffen: „Da kam es zu einem Kurzschluss“, so Kühhas.
Seiner ersten Einschätzung zufolge wird der Zwischenfall den Zeitplan für das sechs Millionen Euro schwere Projekt nicht über den Haufen werfen. „Einiges Wasser wird von alleine abfließen. Wie lange das Auspumpen dauert, kann noch nicht gesagt werden. Das spielt aber keine so große Rolle, weil wir an verschiedenen Stellen der Kraftwerksbaustelle arbeiten können.“
Ob freilich die Turbine - wie geplant - punktgenau in zwei Wochen eingebaut werden kann, werde sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Die nächsten Schritte sind jedenfalls klar abgesteckt: Das Krafthaus wird eingerichtet, die Fischaufstiegshilfe fertiggestellt. „Wir befinden uns schon im letzten Bauabschnitt“, erklärt der EGW-Chef. Spätestens im April soll sich die Turbine erstmals drehen und Strom für 1.500 Haushalte produzieren. Der Probe- soll fließend in den Vollbetrieb übergehen.
Ybbsitz: Warnstufe überschritten
Das winterliche Hochwasser wurde auch in Ybbsitz mit Argusaugen verfolgt. Am Donnerstagabend stieg der Wasserstand der Schwarzen Ois in kurzer Zeit sehr stark an. Mit 100 Zentimetern löste er im neuen SMS-Frühwarnsystem die gelbe Hochwasserwarnstufe aus. In Opponitz (Mirenau) wurde ein Wasserstand von bis zu 3,18 Meter gemessen.






