VON STEFAN HACKL
HOLLENSTEIN / Klaus Stepans Plan klang einleuchtend: Der Wiener Unternehmer gab schon im Vorjahr bekannt, dass er das Skigebiet Königsberg abgeben möchte - in der Hoffnung, dass sich frühzeitig ein Käufer findet.
Klaus Stepans Plan ging jedoch nicht auf: Ende März laufen die Pachtverträge mit den Landwirten am Hollensteiner Hausberg aus. Stepan wird dann nach zehn Jahren als Liftchef das Handtuch werfen. Daran ist nicht mehr zu rütteln. Doch wer im nächsten Winter „König am Königsberg“ ist, das weiß selbst der 60-Jährige mit dem charakteristischen Vollbart nicht.
Dass Stepan dennoch Zuversicht ausstrahlt, hat gute Gründe: Ein Interessent ist zwar abgesprungen, mit zwei weiteren ist er aber weiterhin im Gespräch. „Ich bin überzeugt, dass es 2013 weitergeht - in welcher Art auch immer“, sagt er. Im schlimmsten Fall könnte er die Pistengeräte und Schneekanonen einzeln verkaufen: „Auch dafür gibt es Interessenten.“
1,2 Millionen Euro hat der Wiener mit Ybbstaler Wurzeln seit der Übernahme im Jahr 2002 in die Lifte gesteckt, ein Drittel davon, also ca. 400.000 Euro ist noch nicht refinanziert. In dieser Höhe bewegt sich auch der Kaufpreis. Der Lift ist wirtschaftlich positiv zu führen, das weiß Stepan: „Die beiden letzten Jahre liefen durchwachsen. Trotzdem ging sich fast ein schwarzes Nullerl aus.“ Auf 20.000 Skifahrer pro Saison kam man stets, in Spitzensaisonen passierten 50.000 Besucher die Lift-Drehkreuze.
Politische Irritationen um Gratzer-Brief
Die Zukunft des Königsbergs beschäftigt längst auch die Politik. Verstimmungen löste ein angebliches Schreiben des Hollen steiner Ortschefs Franz Gratzer (SP) aus, in dem er Landesrätin Petra Bohuslav (VP) um Übernahme des Skigebiets in die Niederösterreichische Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft ersucht.
Der Brief sei im Büro der Landesrätin nie angekommen, betont Bohuslavs Pressesprecher Lukas Reutterer: „Es ist für uns irritierend, dass die regionalen Medien in dieser Causa einen engeren Kontakt zu uns suchen als der zuständige Bürgermeister“, kritisiert er. Eine Aufnahme des Königsbergs in die Landesgesellschaft sei nicht möglich, weil das Skigebiet dafür nicht die nötigen Rahmenbedingungen mit sich bringe, so Reutterer.
Für Gratzer ist eine Landeshilfe aber unausweichlich, „egal in welcher Form“. Macht er davon seine Zustimmung zum Ybbstalradweg abhängig, wie er in der Vorwoche medial andeutete? „Ich drohe niemandem. Aber der Königsberg ist mir näher als der Radweg, so wie mir das Hemd näher ist als der Rock.“
Sein VP-Kollege im Landtag, Anton Kasser, hält von derlei Aufrechnungen wenig. „Ich verwehre mich dagegen, die Zustimmung zu dem einen mit dem anderen Projekt zu verknüpfen. Das ist nicht gescheit“, sagt er zur NÖN.
Er habe schon Anfang Jänner wegen der bangen Zukunft des Königsbergs den Kontakt zur Tourismuslandesrätin gesucht - lange bevor Gratzer den umstrittenen Brief verfasst haben soll. „Wenn es nötig ist, wird es eine Unterstützung des Landes geben. Das hat mir Petra Bohuslav zugesagt“, so Kasser. Denkbar wären mehrere Szenarien, etwa die Übernahme von Haftungen.






