VON STEFAN HACKL
YBBSTAL / Kein Angriff, kein böses Wort, kein Seitenhieb: Die beiden Spitzen des Gemeindeverbands Ybbstal-Radweg, die Bürgermeister Martin Ploderer (Lunz, VP) und Helmut Schagerl (St. Georgen am Reith, SP), versuchten am vergangenen Freitag die zuletzt hitzige Stimmung abzukühlen. Im Amonhaus präsentierten die beiden Lokalpolitiker den weiteren Fahrplan für den 49 Kilometer langen Radweg zwischen Waidhofen-Gstadt und Lunz am See. „Wir werden alles tun, um das Projekt so gut und so schnell wie möglich umzusetzen“, sagte Ploderer. „Wir sind der Garant dafür, dass abseits aller politischen Querelen das Projekt vorangetrieben wird“, ergänzte Schagerl.
Was die beiden zuversichtlich stimmt: Am Montag der Vorwoche trafen sie sich in St. Georgen am Reith mit einer Hollensteiner SPÖ-Delegation rund um Bürgermeister Franz Gratzer an der Spitze. Die Hollensteiner machten dabei deutlich, dass sie Ende März den Radweg erneut im Gemeinderat behandeln werden.
Wie die NÖN berichtete, hat sich Hollenstein als einzige der sieben Ybbstal-Gemeinden gegen den Beitritt zum Verband ausgesprochen. Dieser soll die aufgelassene Bahnstrecke von der Landesverkehrsorganisationsgesellschaft NÖVOG übernehmen und den Bau des Zehn-Millionen-Euro-Projekts umsetzen. Hollenstein wird Umwidmungen der Bahnabschnitte nicht boykottieren. Das bestätigte Ortschef Gratzer auf NÖN-Anfrage. Ob die Kommune, die von Bahnbefürwortern viel Zuspruch für ihre kritische Haltung erhält, allerdings im März dem Beitritt zum Verband zustimmt, ist keinesfalls ausgemachte Sache. Voraussichtlich wird es abermals eine geheime Abstimmung geben.
Der Fahrplan: Auflassung im Jänner, Bau im Herbst
Der genaue Zeitplan: Bis Ende Jänner wird der Feststellungsbescheid für die Ybbstalbahn erwartet, der das Auflassungsverfahren abschließt. Ziviltechniker DI Alois Graf, der seit dem Jahr 2010 an der Trassenführung plant, soll das Projekt dann innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate einreichfertig machen. Nach den Behördenverfahren ist das teilweise Abtragen der Gleise vorgesehen (ca. zwei Drittel des Radwegs verlaufen auf der Trasse). „Im Spätherbst könnten wir mit den Bauarbeiten für den Radweg beginnen“, so Schagerl. Die Lunzer arbeiten an einem Pilotprojekt: Den See wollen sie als „Anfangs- bzw. Endpunkt“ positionieren. „Mit der Eisenstraße sind erste Infotafeln geplant“, so Ploderer. Das Potenzial des Ybbstal-Radwegs schätzt Tourismus-Manager An dreas Purt hoch ein. Er geht von 50.000 Radwegbenutzern pro Jahr aus: „Je nach Vermarktung ist Spielraum drinnen.“







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