VON STEFAN HACKL
YBBSTAL / Dass der Hollensteiner Ortschef Franz Gratzer (SP) den Beitritt zum Ybbstalradwegverband an eine Unterstützung für das Skigebiet Königsberg knüpfte, hat den Ton in der Debatte um die geplante Radstrecke zwischen Gstadt und Lunz am See erneut verschärft.
Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP) sicherte dem Obmann des Radwegverbands Martin Ploderer (VP) in der Vorwoche zwar die Finanzierung des zehn Millionen Euro teuren Projekts zu. Er knüpfte die Zusage allerdings an eine Bedingung: Bis Ende Februar müsse Klarheit darüber herrschen, wer für die Erhaltung des Teilstücks in der Gemeinde Hollenstein zuständig ist.
Hollenstein hatte den Beitritt zum Verband als einzige der sieben Ybbstalgemeinden bisher abgelehnt. Das Gremium soll die aufgelassene Bahnstrecke der Ybbstalbahn von der NÖVOG übernehmen und in der Folge den Bau des 49 Kilometer langen Radwegs abwickeln. Die Erhaltung - so lautete der ursprüngliche Plan - sollte dann bei den Gemeinden liegen.
Sobotkas kürzere Frist lässt den Radwegverband noch intensiver über Alternativen in Hollenstein nachdenken. Bisher hatten die Verbandsspitzen - die Bürgermeister Martin Ploderer (Lunz) und Helmut Schagerl (St. Georgen am Reith) ja die Gemeinderatssitzung in der Nachbarkommune Ende März abwarten wollen.
Ploderer: „Plattform als Partner ist vorstellbar“
Ploderer kann sich vorstellen, dass anstelle der Gemeinde eine Plattform oder ein Verein die Erhaltung des Radwegstücks übernimmt. Diese Plattform könnte - wenn es nach Ploderer geht - auch eine Zuhörerrolle im Verband einnehmen. Eine Verquickung mit dem Königsberg hält er hingegen für den falschen Ansatz: „Man kann nicht von den sechs Radweggemeinden erwarten, dass sie für Hollenstein eine weitere Verantwortung übernehmen.“
Gratzer: „Mache bei diesem politischen Tanz nicht mit“
Franz Gratzer reagiert auf die verkürzte Frist verschnupft: „Wir werden die Gemeinderatssitzung sicher nicht nach vorne verlegen. Sobotka will das haben, aber ich mache bei diesem politischen Tanz nicht mit.“
Eine kleine Annäherung gibt es immerhin: Mit den Proponenten des Hollensteiner Vereins trifft sich Gratzer diese Woche zu einer ersten Gesprächsrunde.







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