STIFT ZWETTL / Die Schatzkammer des Stiftes Zwettl, 1981 das bislang letzte Mal neu aufgestellt und seit einigen Jahren überhaupt geschlossen, soll 2013, wenn das Kloster sein 875-jähriges Bestehen feiert, wieder öffentlich zugänglich gemacht werden.
Wie die NÖN bereits berichtete, wollen Abt und Konvent die Neugestaltung der Schatzkammer in die Hände junger Fachleute legen. Stiftsbibliothekar Martin Haltrich knüpfte die Verbindung zwischen dem Konvent und dem Institut für Kunst und Gestaltung an der Technischen Universität Wien, und eine fruchtbare Zusammenarbeit begann.
Dreizehn Studierende bereiteten sich im Herbst 2011 mit Besichtigungen, Ausstellungs- und Museumsbesuchen sowie einem einwöchigen Aufenthalt vor Ort auf ihre Projekte „Schatzkammer Zwettl“ vor, intensiv geschult von Verantwortlichen für Restaurierungen im Stift, von Fachleuten und namhaften Praxisexperten, technisch betreut von ihren Professoren. Aufgabe war es, ihren eigenen Vorschlag für die Dauerausstellung von maximal 15 erlesenen Kunstschätzen des Stiftes in den zwei Räumen der alten Kunstkammer bezüglich Raumaufteilung, Technik, Licht und anzuwendenden Materialien zu beschreiben. Zehn Konzepte entstanden, visualisiert mit Modellen im Maßstab 1:10. Eine Vorjury, die Mitte Dezember die fünf besten Arbeiten daraus wählen sollte, ließ ihre Entscheidung aufgrund der Angebotsfülle an guten Ideen seitens der 13 Studierenden offen.
Entwürfe wurden zur Präsentation eingereicht
Stiftsarchivar Martin Haltrich lud am 16. Jänner, zur Präsentation der Entwürfe ein. Die zehnköpfige Jury, der – unter dem Vorsitz von Universitätsprofessor Christian Kern – Abt Wolfgang Wiedermann, Pater Prior Gregor Bichl und Pater Martin Strauß vom Konvent sowie Judith Zeller, die Hauptverantwortliche für Ausstellungsproduktionen auf der Schallaburg, Ulrike Vitovec, Leiterin der Abteilung für Museen und Sammlungen, Volkskultur NÖ, Wolfgang Huber vom Diözesanmuseum St. Pölten, der Kustos der Kunstsammlungen des Stiftes Klosterneuburg Wolfgang Huber, Baumeister Peter Griebaum und Martin Haltrich angehörten, sollte die drei besten Projekte auswählen. Aber es kam anders!
Nach einigen Diskussionsrunden der Jury wurden die vier Arbeiten, die in die engste Wahl kamen, über ein Punktesystem gereiht.
Schlicht und ruhig, aber mit Liebe zum Detail
Platz eins und 1000 Euro gingen an „Adaptio“, wo fahrbare Vitrinen je nach Bedarf und Größe der Besuchergruppen zwei getrennt begehbare Ausstellungsräume oder einen zusammenhängenden Raum schaffen können.
„Ausblicke/Einblicke“ auf Platz zwei schufen gegensätzliche Raumatmosphären, um den introvertierten und den extrovertierten Charakter der Objekte darzustellen; Preisgeld 600 Euro.
Die Gestalterin von „Wald und Lichtung“, dem drittgereihten Projekt, mit 400 Euro ausgezeichnet, hatte sich in ihrer Arbeit von Bildern der Gründungslegende besonders beeindrucken lassen. Sie wollte den Besuchern die Möglichkeit bieten, „einen Teil der Geschichte und der Vergangenheit des Klosters zu durchwandern“.
Und an vierter Stelle lag „In der Ruhe liegt die Kraft“. Dieser Entwurf, für dessen Ausführung lange Holzbänke und viel Stein vorgeschlagen wurden, griff die Grundstimmung des Zisterzienserstiftes Zwettl auf – schlicht, ruhig und mit Sensibilität zum Detail. Weil die Jury aus Wertschätzung für die umfangreichen Arbeiten der Studierenden spontan einen vierten Preis ausgelobt hatte, gab es für dieses Projekt 200 Euro.
Nach ausführlicher Beratung berief der Konvent noch den Vorschlag „Verbindung“ in die engere Auswahl. Ein Bogen, der formal aus den Gewölben der mittelalterlichen Architektur abgeleitet ist, verbindet Alt und Neu. Zwei runde Vitrinen, die komplett umschritten werden können, präsentieren die Ausstellungsobjekte.
Man darf gespannt sein, welchem Vorschlag das Bundesdenkmalamt zustimmen wird!






