ZWETTL / Die junge Generation der Klassik-Pianisten wird immer besser, kühner und perfekter. Im Stadtsaal Zwettl gastierte die 22 Jahre alte Nareh Arghamanyan mit Stücken von Clementi, Brahms, Tschaikowsky, Rachmaninow und Balakirew.
Technisch perfekt und mit jugendlicher Frische
Sie spielte frei und ganz nach ihrem Geschmack und vor allem ohne Angst: Weder vor dem Bösendorfer-Flügel, noch vor den anspruchsvollen Kompositionen noch vor einem kritischen Publikum.
Schon bei den ersten Werken von Clementi und Brahms konnte man eine Pianistin entdecken, welche ein nahezu perfektes technisches Rüstzeug mitbringt, über eine jugendlich frische Fabulierkunst verfügt und eine Natürlichkeit an den Tag legt, die sie sich hoffentlich lange wird bewahren können.
Blendende Virtuosität der Pianistin war gefordert
Tschaikowskys „Pas de deux“ aus der Nussknacker-Suite stellte die Künstlerin vor das Problem, ein ursprünglich für Orchester geschriebenes Stück mit den beschränkten Möglichkeiten des Klaviers wiederzugeben. Sie meisterte diese Aufgabe in beeindruckender Art und legte verschiedene Klangschichten frei, die durchaus orchestrales Gepräge bekamen. Bei Rachmaninows „Variationen über ein Thema von Corelli“ war nicht nur die blendende Virtuosität der Pianistin gefordert. Auch hier spielte das Poetische eine Rolle, und wiederum war es die ungestüme Fabulierkunst Arghamanyans, die am stärksten beeindruckte.
Für die Jeunesse treten immer wieder junge Musiker auf, die etliche Preise gewonnen haben, die aber kaum jemand kennt. Dies ist auch bei Nareh Arghamanyan aus Armenien der Fall, die in Wien studiert und 2008 den internationalen Musikwettbewerb von Montreal gewonnen hat.
Die Pianistin spielte absolut souverän und was sie an Technik einbrachte, war berauschend.
„Einfach grandios“ urteilte das Publikum
In Balakirews „Fantasie orientale“ aber war es nicht nur die Virtuosität, die begeisterte, sondern auch ihre Deutung sphärisch und sanft-orientalisch anmutender Passaden bekamen besonderen Reiz.
„Einfach grandios!“ oder „Wir ersten nochmals stolz darauf sein, diese Pianistin schon jetzt in Zwettl gehört zu haben!“ war so manche Meinung des begeisterten Publikums nach dem Konzert.
Mit einer Melodie aus „Orfeo und Euridice“ von Gluck bedankte sich die junge Künstlerin für den frenetischen Applaus der Zuhörer, wo sie trotz Schlichtheit dieses Stückes ihre Verwachsenheit mit einem Werk zeigte und sich wiederum als perfekte Klavierklangmalerin präsentierte.






