Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Michael Unger

30 Jahre Bürgermeister. Seit dem 4. April 1986 ist Josef Jahrmann Bürgermeister von Loosdorf. Am Freitag blickten langjährige Wegbegleiter mit ihm zurück. Eine Fotoausstellung zeigte „sein Werk“.

Der »Star des Abends« im Blitzlichtgewitter: Josef Jahrmann (l.) wird von SPÖ-Bezirkschef Günther Sidl (unten v. l.), GVV-Präsident Rupert Dworak, Vizebürgermeister Thomas Vasku und SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Andreas Umgeher fotografisch festgehalten.  |  NOEN, Unger
Es ist ein Meilenstein, den sich nicht viele holen: Am 4. April 1986 wurde Josef Jahrmann zum Bürgermeister von Loosdorf gewählt. Am Montag stand er der Gemeinde also seit genau 30 Jahren vor.

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Im Bezirk wird er damit nur von Franz Wieser „geschlagen“, der in Bergland ein knappes Jahr länger regiert. Grund genug, das Jubiläum mit Freunden, Familie und Wegbegleitern von einst und jetzt groß zu feiern. Historiker Gerhard Floßmann führte Freitagabend durch die Veranstaltung in der Losensteinhalle und blickte auf Jahrmanns Werdegang zurück.

Der gebürtige Spitzer kam als Lehrer nach Loosdorf, zog 1980 für die SPÖ in den Gemeinderat ein und wurde 1983 Vizebürgermeister. Dann kam der plötzliche Tod von Bürgermeister Franz Hofer. Der frühere Nationalratsabgeordnete Karl Donabauer, damals junger ÖVP-Bürgermeister von Dunkelsteinerwald, erinnerte sich in seiner Ansprache an einen Besuch bei Hofer im Krankenhaus:

„Er hat mir gesagt, er wünsche sich Jahrmann als seinen Nachfolger.“ Ob er es auch wird, sei im Vorfeld der Neuwahl dennoch nicht klar gewesen, berichtete Floßmann. Es habe auch einen zweiten Kandidaten gegeben. Umso überraschender das Wahlergebnis: 22 von 23 Gemeinderäten wählten ihn zum Bürgermeister.

Jahrmann habe sich auch schnell bezirksweit und später überregional einen Namen gemacht, so Floßmann. 1997 zog er in den Landtag ein, 2000 folgte er Alfred Gusenbauer als Bezirksparteivorsitzender. Erst 2013 legte er die Ämter zurück.

„Die Bilanz füllt auch drei Politikerleben“

Eine Fotoausstellung zeigte, wie sich Loosdorf in „30 Jahren Joschi“ verändert hat. „Die Bilanz würde auch drei Politikerleben füllen“, urteilte Donabauer. Jahrmanns „größter Coup“ waren zweifellos die 2000 eröffnete Autobahnabfahrt und das dadurch entstandene Betriebsgebiet. Aber auch der Neubau des Gemeindeamtes, des Sportzentrums und des Einkaufszentrums sowie von Feuerwehrhaus, Rettungsstelle und Polizeiinspektion stechen hervor.

Zum Jubiläum wurden dem Bürgermeister auch allerlei Ehrungen zuteil. Der Präsident des Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbandes, Rupert Dworak, verlieh das Große Goldene Ehrenzeichen des GVV. Und SPÖ-Bezirksvorsitzender Günther Sidl gab bekannt, dass sich die Parteizentrale in Melk „für die SPÖ künftig am Josef-Jahrmann-Platz befinden wird“.