Erstellt am 27. Juli 2016, 10:01

Filmende Autofahrer behinderten Einsatzkräfte!. Am Montagnachmittag wurde die FF Melk zu einem Lkw-Unfall auf die Westautobahn (A1) Richtung Salzburg zwischen Melk und Pöchlarn alarmiert - ein Einsatz, bei dem die Einsatzkräfte laut Eigenaussage von unbeteiligten Lenkern in Lebensgefahr gebracht wurden...

Auf der Anfahrt zum Einsatz erhielt der Einsatzleiter der FF Melk die Info über einen zweiten Unfall im Rückstau, an dem drei Pkws waren beteiligt waren. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Eines der beschädigten Fahrzeuge musste mittels WLF geborgen werden.

In der Zwischenzeit hatte die restliche Einsatzmannschaft der FF Melk größte Mühe durch den Stau zum Lkw-Unfall zu kommen. "An eine durchgehend funktionierende Rettungsgasse war wieder einmal nicht zu denken. Kaum wäre eine Rettungsgasse gebildet worden, nutzten einige Ausreißer diese sofort zur Weiterfahrt und schlossen die Gasse wieder", ärgerte sich die Feuerwehr in einer Aussendung.

"Lenker filmte mit Handy und rammte fast Einsatzkräfte"

Ein Sattelzug war von der regennassen Fahrbahn abgekommen, hatte die Leitschiene durchbrochen und war rechts in den Graben in ein kleines Waldstück gestürzt. Dabei wurde die Zugmaschine so schwer beschädigt, dass das gesamte Führerhaus herunter gerissen wurde. Der Lenker kam wie durch ein Wunder nahezu unverletzt davon und konnte sich selbst befreien.

Für die Bergung forderte Einsatzleiter Thomas Reiter die Feuerwehr Spielberg Pielach und das Kranfahrzeug der Stützpunktfeuerwehr Amstetten nach. Davor mussten die Florianis die Ladung (Teile für die Autoindustrie) mit Kränen und teilweise händisch umladen. In Zusammenarbeit mit der ASFINAG musste man außerdem einen Baum stückweise abtragen und fällen sowie die 200 Liter Diesel im Tank des Lkw in ein Spezialbehältnis umpumpen. Erst danach konnte die eigentliche Bergung beginnen.

Die geborgene Zugmaschine verluden die Einsatzkräfte auf einen Tieflader, die aufwändigen Bergungsarbeiten dauerten dann noch bis in die Abendstunden an. Die Unfallursache ist noch unbekannt und wird von der Polizei erhoben. Während der Einsatztätigkeiten kam es zu einem rund 10 Kilometer langen Rückstau.

"Mit Schuld an dem kilometerlangen Rückstau waren zahlreiche rücksichtslose Kraftfahrer, welche ihr Tempo derart drosselten, um im Vorbeifahren zu filmen oder zu fotografieren, bzw. einfach nur neugierig zu gaffen! Dadurch kam es beinahe mehrmals zu Folgeunfällen auf beiden Fahrtrichtungen. Ein LKW Lenker war so in das Filmen mit dem Handy vertieft, dass dieser die Absicherung der FF Melk umfuhr und beinahe Einsatzkräfte rammte", so der Melker Einsatzleiter Thomas Reiter.