Erstellt am 26. April 2016, 05:04

von Walter Fahrnberger

„Absolute“ von Hofer in Blindenmarkt. Der FPÖ-Kandidat war in 38 der 40 Bezirksgemeinden vorne – in der blauen Hochburg sogar mit 50%.

Jubeln über das Blindenmarkter Ergebnis für FPÖ-Mann Norbert Hofer (v. l.): gf. Gemeinderat Manfred Gassner, Martin Hahn, FPÖ-Bezirksparteiobmann Martin Huber, die Gemeinderäte Gerti Sachslehner, Franz Lanxenlehner, Bernd Hubmaier und Jürgen Manzenreiter.  |  NOEN, Daniela Schlemmer
Als im Jänner noch kein Bundespräsidentschaftskandidat der Freiheitlichen in Sicht war, plädierte FPÖ-Bezirksparteiobmann Martin Huber dafür, das Amt überhaupt zu streichen und die Agenden dem Bundeskanzler zu übergeben. Nach dem Wahlabend jubelte der freiheitliche Landtagsabgeordnete über einen „schönen blauen Tag für den Bezirk und für Österreich“.

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erhielt auch im Bezirk Melk, ganz dem Bundestrend entsprechend, mit 37,9 Prozent die meisten Stimmen. In Hubers Heimatgemeinde Blindenmarkt schaffte der FPÖ-Präsidentschaftskandidat sogar 50 Prozent plus eine Stimme. Das war auch das beste Bezirksergebnis für den Freiheitlichen.

"Kohl wäre bei uns Zweiter in Stichwahl"

Hinter Hofer folgt das Bezirksergebnis nicht mehr dem Bundestrend. Denn auf Platz zwei landete im Bezirk Melk Andreas Khol mit 17,4 Prozent der Stimmen. In St. Oswald und Texingtal bekam der ÖVP-Kandidat sogar die meisten Stimmen. In den anderen 38 Gemeinden hatte der Freiheitliche Hofer die Nase vorne.

„Bei uns wäre Andreas Khol als Zweiter in die Stichwahl gekommen“, kann ÖVP-Parteiobmann dem Bezirksergebnis auch Positives abgewinnen. Dass FP-Kandidat Hofer so klar vorne ist, ist für Moser ein Indiz dafür, dass die Wahl auch ein Denkzettel gegen die Regierung sein sollte.

Alexander Van der Bellen, der tatsächlich in die Stichwahl gekommen ist, schaffte es im Bezirk Melk nur auf Platz vier. Knapp vor ihm liegt Irmgard Griss. Sie schaffte 15,4 Prozent und landete in der Bezirkshauptstadt Melk sogar auf Platz zwei. Dementsprechend hielt sich auch die Euphorie von Grünen-Sprecher Landtagsabgeordnetem Emmerich Weiderbauer in Grenzen: „Das Melker Ergebnis ist o. k., aber ich hätte gehofft, dass der Abstand zu Hofer nicht so groß ist.“ Immerhin schaffte Van der Bellen in Melk mit 20,9 Prozent das beste Ergebnis im Bezirk.

Das erzielte SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer in der ehemaligen SP-Hochburg Golling mit 24,7 Prozent. Richard Lugner schaffte im Bezirk 3,1 Prozent und war in Maria Taferl mit 5,9 Prozent am stärksten.