Erstellt am 16. Februar 2017, 05:00

von Jutta Streimelweger

Caritas: „FP-Forderung widerspricht Integration“. Freiheitlicher Landtagsabgeordneter Martin Huber will Asylberechtigte vom Arbeitsmarkt ausschließen. Caritas-Sprecher Karl Lahmer stellt klar: „Das wäre fatal.“

Karl Lahmer, Sprecher der Caritas, weiß: „Das wäre fatal für die Asylberechtigten.“  |  Archiv

„Asylanten haben auf unserem Arbeitsmarkt nichts zu suchen“, poltert der Blindenmarkter FP-Landtagsabgeordnete Martin Huber.

Der Arbeitnehmersprecher der Blauen ist froh, dass in NÖ „nur“ vier Prozent der Betriebe Asylberechtigte beschäftigen: „Das muss auch so bleiben. Asyl heißt Schutz auf Zeit und die Asylanten sollen in ihre Heimat zurück, sobald dort Ruhe eingekehrt ist.“ Lieber solle sich das AMS für die eigenen Landsleute einsetzen: „Asylberechtigte dürfen und sollen keinesfalls in den Arbeitsmarkt integriert werden.“

Der Blindenmarkter FP-Politiker Martin Huber will Asylberechtigte vom Arbeitsmarkt ausschließen.  |  Archiv

Eine Studie, die das Forschungsinstitut Joanneum Research im Auftrag des Roten Kreuzes und der Caritas durchgeführt hat, zeigt nun allerdings, dass Asylberechtigte, die vor dem Herbst 2015 nach Österreich gekommen sind, in die öffentlichen Töpfe mehr eingezahlt, als sie daraus erhalten haben – dabei handle es sich pro Kopf und Jahr um rund 3.050 Euro. Für den Blindenmarkter kein Argument: „Es kommt auch darauf an, vom wem so eine Studie kommt. Die Caritas verdient sehr gut an dem Geschäft mit den Flüchtlingen.“

"Verdienen nichts an Flüchtlingen"

Diese Behauptung will Karl Lahmer, Caritas-Kommunikationschef, nicht hinnehmen: „Wir verdienen nichts an den Flüchtlingen. Das Grundversorgungsquartier Melk wird als Non-Profit-Einrichtung geführt.“ Dass Asylberechtigte vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden sollen, findet Lahmer fatal:

„Abgesehen davon, dass der Staat für die existenzielle Grundsicherung aufkommen soll und dadurch öffentliche Töpfe noch mehr belastet werden müssten, wären jegliche Bemühungen in Richtung Integration ad absurdum geführt.“

AMS-Melk-Chef Josef Mayer möchte sich zur politischen Debatte nicht äußern, verweist aber auf die aktuellen AMS-Zahlen: „Bei uns im Bezirk sind 60 Asylberechtigte arbeitslos gemeldet, 44 haben keine abgeschlossene Ausbildung, wobei es sein kann, dass diese noch nicht verifiziert sind.“