Erstellt am 09. August 2016, 04:30

von Markus Glück

Erntebilanz: Blaues Auge für die Landwirte. Mehr als 300.000 Euro verursachten die letztwöchigen Unwetter an Schäden. Generell ist man mit der Ernte aber zufrieden.

Aufgrund der Unwetter in den letzten Wochen kam es bei den Landwirten zu Ernteverzögerungen.  |  LK NÖ/Eva Lechner

Die schweren Unwetter der letzten Tage haben auch in der Landwirtschaft erheblichen Schaden angerichtet. Schäden und Ernteverzögerungen waren die Folge. Besonders betroffen waren das Waldviertel und das Alpenvorland.

Kammer-Sekretär Martin Auer spricht von einem Preisrückgang von mehr als 30 Prozent.  |  NÖN

Bei der Bezirksbauernkammer Melk geht man nach ersten Schätzungen von einem Schaden von rund 300.000 Euro aus. Eine endgültige Schadenssumme wird es frühestens Ende dieser Woche geben. Die Hauptschäden entstanden in Krummnußbaum, Matzleinsdorf, Kilb, Mank, Pöggstall, St. Oswald, Nöchling und Artstetten.

„Trotz der enormen Schäden sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen, da die Unwetter nur punktuell aufgetreten sind. Die Schäden an Gebäuden sind deutlich höher als in der Landwirtschaft“, informiert der Melker Kammersekretär Martin Auer. Hauptschäden in der Landwirtschaft waren vor allem Flurschäden, Vermurungen und Ernteausfälle aufgrund von Feldern, die unter Wasser standen.

„Wir haben weniger Premium-Weizen als 2015. Mit der bisherigen Ernte sind wir aber zufrieden.“

Johannes Zuser, Bezirksbauernkammer-Obmann

Um die aktuell laufende Ernte abzuschließen, hoffen die Bauern nun auf eine stabile Wetterperiode. „Wir zittern und hoffen für alle Bauern, dass die Ernte rasch zu einem Abschluss kommt“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes.

Der Melker Bezirksbauern- kammer-Obmann Johannes Zuser spricht im finalen Stadium der Ernte von einem Durchschnittsjahr. „Qualitätsmäßig gibt es vor allem beim Weizen große Unterschiede. Wir haben weniger Premium-Weizen als noch im Vorjahr. Grundsätzlich sind wir mit der bisherigen Ernte aber zufrieden“, bilanziert Zuser. Rund ein Drittel der Weizenernte darf als Premium-Weizen beziffert werden, der Rest verteilt sich auf Qualitäts-, Mahl- und Futterweizen.

Bauernkammer kritisiert aktuelle Preissituation

Deutlich höher als die Jahre davor ist der Anteil des Futterweizens, wie Auer berichtet: „Für das Getreide ist es optimal, wenn eine Woche die Sonne scheint. Die fast täglichen Gewitter waren der Qualität nicht zuträglich.

Obmann Johannes Zuser ist mit der bisherigen Ernte zufrieden.  |  NÖN

Nicht zufriedenstellend ist für die beiden Kammerfunktionäre die aktuelle Preissituation. „Wir bekommen derzeit beim Futterweizen um 40 Euro pro Tonne weniger als 2015. Das ist ein Rückgang um mehr als 30 Prozent“, kritisiert Auer die Preisentwicklung, die vielerorts den Bauern zu schaffen macht. Die Gründe für den gedrückten Preis ortet der Kammersekretär aufgrund des Druckes der Märkte in Weißrussland, der Ukraine und Russland.

„Es ist das vierte Jahr, wo das Einkommen der Landwirte rückläufig ist. Alleine 2015 belief sich der Rückgang auf etwa 15 Prozent“, ruft Zuser auch in die Köpfe, dass an der Landwirtschaft in Österreich mehr als 500.000 Arbeitsplätze hängen. Vonseiten der Kammer plant man Zusatzmaßnahmen, um den Absatz der Landwirte zu stärken.