Erstellt am 24. Mai 2016, 08:28

von Walter Fahrnberger

Bezirk Melk: Hofer in jeder Gemeinde vorn. Die Bundespräsidenten-Stichwahl im Bezirk Melk ging mit über 59 Prozent klar an Norbert Hofer.

Alexander Van der Bellen (r.) und Norbert Hofer.  |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)
Die Bundespräsidentenstichwahl fiel im Bezirk Melk bei Weitem nicht so knapp aus wie in ganz Österreich. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erreichte 59 Prozent. Er hatte in allen 40 Gemeinden die Nase vorne.
Besonders deutlich war der Vorsprung zu Alexander Van der Bellen in den beiden ursprünglich ÖVP-dominierten Waldviertler Gemeinden Dorfstetten und Münichreith-Laimbach. Dort erhielt Hofer jeweils mehr als 70 Prozent der Wählerstimmen.

In den ländlichen Gebieten ist Hofer top

„Das Ergebnis zeigt, dass es eine gewisse Polarisierung im Land gibt. In den ländlichen Gebieten ist überall Hofer vorne. Van der Bellen hat in den Ballungsräumen gepunktet“, sagte ÖVP-Bezirksparteiobmann Karl Moser. Diese Tendenz ist auch im Bezirk erkennbar: In der Bezirkshauptstadt Melk kam Alexander Van der Bellen schon vor der Auszählung der Wahlkarten am Montag (Anm.: nach Redaktionsschluss) mit 49,5 Prozent auf sein bestes Ergebnis im Bezirk. Die Briefwähler könnten somit vielleicht doch noch für einen „grüne Oase“ im Bezirk sorgen.

„Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Wähler in meinem Bezirk und in Niederösterreich so gewählt hätten wie in den westlichen Bundesländern und in Wien“, erklärte Landtagsabgeordneter und Stadtrat Emmerich Weiderbauer von den Grünen.

Mit dem knappen bundesweiten Ergebnis gerechnet hat Blindenmarkts FPÖ-Chef und FP-Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Martin Huber und kritisiert im selben Atemzug die mediale Berichterstattung rund um den Präsidentschaftswahlkampf, die seiner Meinung nach das Wahlergebnis stark beeinflusst hätten: „Die Medienkampagne des ORF gegen Norbert Hofer war eine Sauerei.“ Für ihn ist Norbert Hofer ein Präsident der Herzen: „Er setzt sich für die Österreicher ein.“

Besonders erfreut war Huber über die beiden Top-Gemeinden von Hofer Dorfstetten und Münichreith-Laimbach. Auch Pöggstall, Raxendorf und die blaue Hochburg Blindenmarkt lagen im Spitzenfeld beim Ergebnis des FPÖ-Kandidaten.

Dass bei einem Wahlsieg von Norbert Hofer baldige Neuwahlen anstehen könnten glaubt Martin Huber nicht. „Wir werden die Österreicher dann bei den Nationalratswahlen 2018 überzeugen“, sagt er.

Vorerst muss aber auf das endgültige Ergebnis gewartet werden, das erst mit Auszählung der Wahlkarten am Montag feststehen wird. Auch im Bezirk werden sich die Ergebnisse noch verändern, da mehr als 7.173 Stimmen per Briefwahl abgegeben worden sind. Am Wahlsonntag selbst sind im Bezirk 41.820 Menschen zu den Wahlurnen gegangen. 2.236 Stimmen davon waren ungültig.

Aufgrund der Konstellation war es ungewohnt ruhig bei der Wahl in den Bezirksparteizentralen von ÖVP und SPÖ. Während die ÖVP-Zentrale gar nicht besetzt war, hielt bei der SPÖ Bezirksgeschäftsführer Andreas Umgeher alleine die Stellung.